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Fechsung

Chapter 44: PAULINA
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

PAULINA

Ich hab „erwarten“ nie gekannt!
Wirklich nicht! Es ist keine Überhebung. Ich hab es nicht gekannt.
Wenn sie kam, kam sie. Wenn sie nicht kam, kam sie nicht.
Kann ich sie zwingen?!
Man hat so viel Verpflichtungen, Vergnügungen!
Soll ich erst fragen, um die Wahrheit oder die Unwahrheit zu erfahren?!
Beides ist wahr. Wahr ist, daß sie nicht kam!
Ich hab „erwarten“ nie gekannt.
Jetzt kenn ich es.
Süß-bitter, bitter-süß schmeckt’s auf der Seele!
Wie wenn man einem durstigen Tier den Wassernapf zeigte,
und ihn zurückzieht. Dennoch sieht er ihn und weiß, er ist!
Genug Vergleiche! Wer den nicht versteht,
versteht den anderen auch nicht!
Viele Dichter haben schon tief geschrieben über die Erwartung.
Ich aber sage: Dürstendes Tier, du siehst den
Wassernapf und darfst nicht trinken!