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Fechsung

Chapter 62: KRIEGSZEITEN
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

KRIEGSZEITEN

Ein Delikatessenhändler annoncierte an seinem herrlichen Auslagefenster: „Von 3° Kälte abwärts an kann jeder vorübergehende wirklich Bedürftige für 40 Heller Halbemmentaler und ein Stück schwarzes bestes Hausbrot abends zwischen 7–8 umsonst erhalten! Es werden nur 50 täglich beteilt. Jeder nicht gerade sehr Hungrige nimmt es daher dem anderen weg!“

Ein Dichter schrieb darüber, und alle anderen Delikatessenhändler verpflichteten sich infolgedessen zu derselben Leistung. Es wurden daher an jedem Abend, zwischen 7–8, tausend Hungrige gespeist. Weshalb aber gerade Halbemmentaler?! Der Dichter hatte erklärt, er ersetze vollkommen das Fleisch, für wirklich Hungrige nämlich, und sei billiger als Ganzemmentaler. Und Dichter wissen alles genauer als die anderen. Insofern sie nämlich echte Dichter sind.