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Fechsung

Chapter 65: DORA 2
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

DORA 2

Seit Samstag vormittag, um ½12 gingst du weg,
habe ich mich nach dir gesehnt! Heute ist Mittwoch.
Weshalb kamst du nicht mehr?! Vielleicht deshalb! Eben deshalb!
Du wußtest dich ja doch bei mir, zärtlich
versteckt, in mir, in meiner trauernden, sehnsuchtsvollen
Seele gut geborgen!
Was brauchst du noch zu kommen, wenn du sowieso da bist!?
Die meisten Frauen wissen, was sie tun, noch besser
aber, was sie unterlassen dürfen,
um sich die Gnade unseres Herzens nicht mutwillig zu verscherzen!
Du wußtest es genau an meinem Blick:
„Ich brauch jetzt mindestens eine Woche lang nicht zu kommen!“
Ja, zu kommen brauchst du nicht, monatelang,
es wird dein Bild in meiner Seele nicht verblassen!
Doch wenn du kommst,
wird eine Freude sein in mir,
daß es dich nicht gereuen wird, daß du gekommen!
Was ich erlebt an Sehnsucht und an Trauer in diesen öden Tagen,
werde ich kniend dir auf die Hände küssen!