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Fechsung

Chapter 7: ST. D.
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

ST. D.

Er wußte, daß ihr brauner Leib
(er liebte jedes Härchen ihrer dunklen Achselhöhlen,
die er ein einziges Mal bei ausgestrecktem Arm und
weiten Seidenärmeln erblickt hatte),
er wußte, daß ihr brauner Leib
in Zärtlichkeiten triefte bei dem andern.
Dies nahm er als unabwendbares Geschick,
wie Verarmung, Krankheit, Sterben.
Ja, es erzeugte sogar der süßen Selbstlosigkeit
bittere Wollust.
Er war gewappnet, stand, ein düsterer Ritter, an
den schweren Toren ihrer leichten Seele.
Doch als sie dem dritten aus seinem Wermutglase
den Zwiebackbrocken mit den Fingern fischte,
und jener den so geheiligten Wein ihr zutrank,
da wurde er entwaffnet, zog sich zurück von seinem
gefahrvollen Posten am schweren Tore ihrer leichten Seele,
ging langsam die weiße Landstraße hinab, und seine
Schritte zogen müd dahin.