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Fechsung

Chapter 76: QUOD LICET
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

QUOD LICET

Der berühmte Architekt führte seine geliebte junge Frau zu ihrer Namenstagfeier, Bessie, in das Oratorium „Heilige Elisabeth“ von Franz Liszt. Ich sagte ihr, sie würde dabei, trotz der versteckten aber nicht offenbaren Schönheiten, vor Langweile krank werden! Sie sagte ängstlich-befreit zu ihm: „Hörst du?!“ Nein, er hörte nichts. Nun stelle ich es mir vor, wenn ich, um das „Heilige-Elisabeth-Oratorium“ zu hören, meine Geliebte zu ihrem Namenstage hineinbrächte! „Dieser schamlose Egoist Altenberg führt diese unglückliche Person in dieses urlangweilige schreckliche Oratorium, noch dazu angeblich zu ihrer Namenstagfeier, sie heißt nebbich Lisabeta, weil der Hund selbst nämlich es gern hören will! Ah da schau her!“ Beim berühmten Architekten hingegen jedoch sagen sie: „Was sagen Sie, was für ein reizender zarter aufopfernder Mensch! Bringt seine Frau an ihrem Namenstage zu dem herrlichen Oratorium „Heilige Elisabeth“ und scheut keine Kosten!“

Moral: Non licet Jovi, quod licet bovi!