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Fechsung

Chapter 82: (GOETHE!) HERMANN UND DOROTHEA
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About This Book

Eine Sammlung kurzer Eindrücke, Aphorismen und Essays, die persönliche Beobachtungen über Stadtleben, Liebe, Kunst, Theater, Gesundheit und Alltag verbindet. Die Stücke wechseln zwischen lakonischen Bonmots, fragmentarischen Erinnerungen und kurzen Briefen und reflektieren über zwischenmenschliche Beziehungen, ästhetische Erfahrung, Körperpflege und Diätetik sowie Kriegserlebnisse und philosophische Gedanken. Häufig treten ironische Pointierung und sensible Beobachtung nebeneinander, wobei Alltagsszenen, Porträts bekannter Orte und polemische Bemerkungen ein dichtes Kaleidoskop entstehen lassen. Die Form ist impressionistisch und episodisch, ohne durchgehende Handlung; Stimmung und Stimme des Autors schaffen den inneren Zusammenhalt der Texte.

(GOETHE!) HERMANN UND DOROTHEA

Extrakt

Der Vater

Rief ihm nach: „So gehe nur hin! Ich kenne den Trotzkopf!
Geh und führe fortan die Wirtschaft, daß ich nicht schelte;
aber denke nur nicht, du wolltest ein bäurisches Mädchen
je mir bringen ins Haus als Schwiegertochter, die Trulle!
Lange hab ich gelebt und weiß mit Menschen zu handeln,
weiß zu bewirten die Herren und Frauen, daß sie zufrieden
von mir weggehn; ich weiß den Fremden gefällig zu schmeicheln.
Aber so soll mir denn auch ein Schwiegertöchterchen endlich
wiederbegegnen und so mir die viele Mühe versüßen!
Spielen soll sie mir auch das Klavier, es sollen die schönsten,
besten Leute der Stadt sich mit Vergnügen versammeln,
wie es Sonntags geschieht im Hause des Nachbars.“ Da drückte
leise der Sohn auf die Klinke, und so verließ er die Stube.

Die Mutter:

„Wenn die Stunde nicht kommt, die rechte, wenn nicht das rechte
Mädchen zur Stunde sich zeigt, so bleibt das Wählen im Weiten,
und es wirket die Furcht, die Falsche zu greifen, am meisten.
Soll ich dir sagen, mein Sohn, so hast du, ich glaube, gewählet,
denn dein Herz ist getroffen und mehr als gewöhnlich empfindlich.
Sag es gerad nur heraus, denn mir schon sagt es die Seele:
Jenes Mädchen ist’s, das vertriebne, die du gewählt hast.“