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Friedrich Nietzsche: Ein Kämpfer gegen seine Zeit cover

Friedrich Nietzsche: Ein Kämpfer gegen seine Zeit

Chapter 17: 12.
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About This Book

Der Autor zeichnet ein psychologisches und intellektuelles Porträt Friedrich Nietzsches, analysiert seinen Charakter und die Entwicklung seiner Ideen als kohärente Aufwärtsbewegung statt als bloßen Meinungswechsel, interpretiert den Typus des Übermenschen als zentrales Ziel und wehrt mystische oder fremdbestimmte Deutungen ab; die Darstellung stützt sich vornehmlich auf die späten Schriften und ordnet die Werkfolge zu einer Lesart innerer Kontinuität.

12.

Zwei Tiere: die Schlange, als das klügste, und der Adler, als das stolzeste Tier, begleiten Zarathustra. Sie sind die Symbole seiner Instinkte. Klugheit schätzt Zarathustra, denn sie lehrt den Menschen die verschlungenen Pfade der Wirklichkeit finden; sie lehrt ihn kennen, was er zum Leben braucht. Und auch den Stolz liebt Zarathustra, denn der Stolz bringt die Selbstachtung des Menschen hervor, durch die dieser dazu kommt, sich selbst als den Sinn und Zweck seines Daseins zu betrachten. Der Stolze stellt seine Weisheit, seine Tugend nicht über sich selbst. Der Stolz bewahrt den Menschen davor, sich selbst zu vergessen über „höheren, heiligeren“ Zielen. Lieber noch als den Stolz möchte Zarathustra die Klugheit verlieren. Denn die Klugheit, die nicht von Stolz begleitet ist, sieht sich nicht als Menschenwerk an. Wem der Stolz und die Selbstachtung fehlt, der glaubt, seine Klugheit sei ihm vom Himmel geschenkt. Ein solcher sagt: ein Thor ist der Mensch, und er hat nur so viel Weisheit, als ihm der Himmel schenken will.

„Und wenn mich einst meine Klugheit verläßt: — ach, sie liebt es, davonzufliegen! — möge mein Stolz dann noch mit meiner Thorheit fliegen!“