WeRead Powered by ReaderPub
Gedichte cover

Gedichte

Chapter 3: TREIBHAUS
Open in WeRead

Explore more books like this:

About This Book

A sequence of introspective lyric poems examines inner confinement and spiritual malaise through recurring motifs of glass, greenhouse, moonlight, lilies, and stifling warmth. Vivid imagery evokes paralytic longing, fevered temptation, fragile prayer, and scenes of illness and nocturnal vision, while alternating between devotional supplication and surreal natural metaphor. The poems map a psyche oscillating between melancholic stasis and faint luminous yearning, favoring atmospheric symbolism and concentrated sensory language over plot to explore remorse, desire, and the fragile boundary between dreaming and waking.

O Treibhaus in Waldesmitte
Mit dem ewig geschlossenen Tor,
Wie manches birgt deine Kuppel doch,
Was mich an meine Seele gemahnt!
Gedanken einer Prinzessin, die darbt,
Verzweiflung von Schiffern in der Wüste,
Trompetenmusik an den Fenstern Schwerkranker!
Geht in die schwülsten Winkel!
Ist's nicht, als läg' ein Weib ohnmächtig am Erntetag?
Postillone sind im Hof des Hospizes;
Fern geht ein Elenjäger, jetzt Krankenwärter!
Seht nun im Mondenlichte zu!
(Nichts ist an seinem rechten Fleck!)
Wie eine Irre vorm Richterstuhl,
Wie ein Kriegsschiff mit vollen Segeln auf dem Kanal!
Nachtvögel, die sich auf Lilien wiegen!
Totengeläut am Mittag
(Da unter den Glocken!)
Ein Krankenzug in der Wiese,
Äthergeruch in der Sonnenglut.
Mein Gott, mein Gott, wann kommt Regen
Und Wind in das Treibhaus und Schnee!