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Gedichte

Chapter 35: NACHTSEELE
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About This Book

A sequence of introspective lyric poems examines inner confinement and spiritual malaise through recurring motifs of glass, greenhouse, moonlight, lilies, and stifling warmth. Vivid imagery evokes paralytic longing, fevered temptation, fragile prayer, and scenes of illness and nocturnal vision, while alternating between devotional supplication and surreal natural metaphor. The poems map a psyche oscillating between melancholic stasis and faint luminous yearning, favoring atmospheric symbolism and concentrated sensory language over plot to explore remorse, desire, and the fragile boundary between dreaming and waking.

Meine Seele ist betrübt am Ende,
Ist betrübt von all der Müdigkeit,
Matt von ihrer Unzulänglichkeit,
Matt ist sie und auch betrübt am Ende,
Und mein Antlitz harrt auf deine Hände.
Herr, es harrt auf deine reinen Hände,
Harrt auf ihre engelreine Kühle,
Harret auf des Friedensringes Spende,
Harret, dass es ihren frischen Odem fühle,
Einem Schatze gleich im Meeresgrunde.
Und ich harre, dass ich bald gesunde,
Dass ich nicht am Sonnenlichte sterbe,
Hoffnungslos im Sonnenlicht verderbe,
Dass mein Blick sich kühlt, der fieberwunde,
Drinnen so viel Arme Schlaf begehren!
Drinnen so viel Schwäne ziehn auf Meeren,
Schwäne, die ins Ungewisse fliegen
Und den kranken Hals vergeblich biegen,
Drinnen Kranke gehn und Rosen brechen
Auf verschneiten Gartenflächen.
Herr, mein Antlitz lechzt nach deinen Händen,
Die gleich eisigen Engeln Kühlung spenden;
Und nach ihnen lechzen wie nach Wasserbächen
Meiner Blicke dürre Haiden,
Wo so viele müde Lämmer weiden!