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Gedichte

Chapter 4: GEBET
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About This Book

A sequence of introspective lyric poems examines inner confinement and spiritual malaise through recurring motifs of glass, greenhouse, moonlight, lilies, and stifling warmth. Vivid imagery evokes paralytic longing, fevered temptation, fragile prayer, and scenes of illness and nocturnal vision, while alternating between devotional supplication and surreal natural metaphor. The poems map a psyche oscillating between melancholic stasis and faint luminous yearning, favoring atmospheric symbolism and concentrated sensory language over plot to explore remorse, desire, and the fragile boundary between dreaming and waking.

Barmherzigkeit, mein Gott, Barmherzigkeit,
Dass ich schon an des Wollens Schwelle fehle!
Bleich ist vor Ohnmacht meine Seele,
Vor weisser Ohnmacht und Untätigkeit.
Die Seele mit den halbvollbrachten Taten,
Die Seele, bleich von Weinen und von Klagen,
Sieht vor dem Unerschlossnen ihre matten
Und schwachen Hände zittern und verzagen.
Und während aus dem Herzen veilchenblaue
Traumblasen steigen, hat ein Mondenstrahl
Die schwachen Hände ihr, wie Wachs so fahl,
Benetzt mit seinem müden Silbertaue, —
Ein Mondenstrahl, darinnen schon ein Schimmer
Der welken Lilien künft'ger Tage lebt,
Ein Mondenstrahl, aus dessen bleichem Flimmer
Sich trüb der Schatten ihrer Hände hebt.