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Gedichte

Chapter 52: NACHWORT
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About This Book

A sequence of introspective lyric poems examines inner confinement and spiritual malaise through recurring motifs of glass, greenhouse, moonlight, lilies, and stifling warmth. Vivid imagery evokes paralytic longing, fevered temptation, fragile prayer, and scenes of illness and nocturnal vision, while alternating between devotional supplication and surreal natural metaphor. The poems map a psyche oscillating between melancholic stasis and faint luminous yearning, favoring atmospheric symbolism and concentrated sensory language over plot to explore remorse, desire, and the fragile boundary between dreaming and waking.

Die Gedichtsammlung Im Treibhaus (»Serres chaudes«, Brüssel 1895) ist übertragen von K. L. Ammer und in die endgültige Form gebracht durch Fr. v. Oppeln-Bronikowski, der auch die »Fünfzehn Lieder« übersetzt hat (Quinze Chansons, Brüssel 1900, in der Neuauflage der »Serres chaudes«).

Die »Serres chaudes« sind Maeterlincks Erstlingswerk. Er schrieb sie im Jahre 1887 in Paris unter dem Einfluss der Decadenten und veröffentlichte sie z. T. in der von ihm und Charles van Lerberghe begründeten Zeitschrift »La Pléiade«, welche die Lyrik reformieren wollte, getreu der Ars Poetica Verlaines:

»De la musique avant toute chose ...
Rien de plus cher que la chanson grise
Où l'Indécis au Précis se joint ...
Que ton vers soit la chose envolée
Qu'on sent qui fuit d'une âme en allée
Vers d'autres cieux à d'autres amours ...
Et tout le reste est littérature.«

Maeterlinck ist in der Erfüllung dieses Postulats noch weiter gegangen als Verlaine; man möchte diesem Gedichte als Motto einen Spruch aus den »Fragmenten« des Novalis voransetzen, die Maeterlinck bekanntlich ins Französische übertragen hat:

»...Es lassen sich Erzählungen ohne Zusammenhang, jedoch mit Assoziation, wie Träume, denken; Gedichte, die bloss wohlklingend und voll schöner Worte sind, aber auch ohne allen Sinn und Zusammenhang, höchstens einige Strophen verständlich, wie Bruchstücke aus den verschiedenartigsten Dingen. Diese wahre Poesie kann höchstens einen allegorischen Sinn im Grossen und eine indirekte Wirkung wie Musik haben.«

Die Fünfzehn Lieder, von denen zwölf auf vlämischem Boden entstanden sind (Luxusausgabe »Douze Chansons« mit Illustrationen von Charles Doudelet, Paris 1897), sind stilistisch von den »Serres chaudes« sehr verschieden; sie tragen den Stempel des altfranzösischen Volksliedes mit seinen Refrains, seiner primitiven Metrik und Reimtechnik, seiner Schlichtheit und Starrheit, seinen dumpfen Wiederholungen.

So heisst es in Lied VI:

»An der ersten Tür, an der ich stand,
Erbebte die Flamme in meiner Hand.
An der zweiten Tür, an der ich stand,
Da sprach die Flamme in meiner Hand.
An der dritten Tür, an der ich stand,
Erlosch das Licht in meiner Hand.«

Damit vergleiche man z. B. jene von Chamisso mitgeteilte Ballade »La fille du roi d'Espagne«:

»Der Ritter wirft sein Gewand ab,
Taucht in des Meeres Grund.
Bei seinem ersten Tauchen
Macht er keinen Fund.
Bei seinem zweiten Tauchen
Hat der Ring geblinkt.
Bei seinem dritten Tauchen
Der Rittersmann ertrinkt.«

Arthur Luther hat im »Litt. Echo«, Bd. VIII, 10, Sp. 748, auch auf die Ähnlichkeit zwischen Dante Gabriel Rossettis »An old song ended« und Lied II verwiesen, ebenso auf dessen Anklingen an Ophelias Lied in Shakespeares »Hamlet«, welch letzteres Maeterlinck selbst als stimmungbildend anerkennt.