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Gedichte

Chapter 114: Leise Stimmen.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Leise Stimmen.

Den Kopf auf deinem Schoß — o Blumenlager!
O Pfühl, aus dem geheime Träume blühn!
Dein Auge glänzt, ein sehnsuchtdunkler Frager,
Wie reife Trauben aus dem Schatten glühn.
Nun sinkt die Wimper — wie der weiche Flügel
Des Abendfalters, der durch Dämm’rung zieht.
Der wilde Tag flog über Tal und Hügel,
Und deine Lippe summt ein träumend Lied ...
Drückt nicht ein bleiches Antlitz sich ans Fenster?
Erinn’rung ist’s, der stille Abendgast.
Er schlüpft herein nach Weise der Gespenster
Und schmiegt ins Polster sich zu langer Rast.
Was mahnt er mich an düst’re Jugendtage,
Da mich die Hoffnung an den Spott verriet?
Ins große Meer versunken ist die Klage —
Im Ofen raunt der Wind ein fernes Lied ...
Und Tage kamen, Jahre, da mein Ringen
In stummer, bitt’rer Qual vergebens war.
Nicht glücken wollt’ es mir, sie zu bezwingen,
Die dichtverschlung’ne Obskurantenschar.
Die Staatsperücken ließen mich nicht gelten,
Weil ich den Puder und die Schminke mied;
Vom hohen Thron herab erklang ihr Schelten —
Die Grille geigt ein leises Schelmenlied ...
Ich kam hindurch! Von Morgenkraft durchschauert,
Trag’ ich ein fröhlich blinkend Waffenkleid;
Doch überall in Busch und Hecken lauert
Mit giftigem Geschoß der Schuft, der Neid.
Die feigen Schurken, daß sie Gott verdamme ...!
Wie straff empor der Strom der Lampe zieht!
Nach oben, nur nach oben strebt die Flamme
Und trägt empor ein leises, feines Lied ...