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Gedichte

Chapter 115: Im Nachtzug.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Im Nachtzug.

Es donnerte, polterte, rollte der Zug
Durch fröstelnde Winterfrühe;
Noch ruhte in Städten und Weilern die Welt
Von Lust- und Leidensmühe.
Am Fenster stand ich und starrte hinaus,
Da war nur Nacht zu schauen,
Und tiefer und tiefer trank sich mein Blick
Hinein in Dunkel und Grauen.
Da sah ich fern aus niederm Gemach
Ein zitternd Licht erblühen:
Die Arbeit stand taumelnd vom Lager auf
Zu neuen, alten Mühen.
Und hier ein Licht — und dort ein Licht,
Die grüßten von Ferne zu Ferne;
In Schloß und Hütte gingen auf
Der Mühsal bleiche Sterne.
Auf daß die Lust im Sonnenglanz
Den muntren Tanz erneue,
Entfachen lange vor Tag ihr Licht
Die Pflicht, die Sorge, die Treue.
Ist noch die Welt ein dumpfer Schlaf,
Ihr Traum ein irres Lachen,
Es grüßt sich schweigend im Morgengraun
Die stille Gemeinde der Wachen.