Im Nachtzug.
Es donnerte, polterte, rollte der Zug
Durch fröstelnde Winterfrühe;
Noch ruhte in Städten und Weilern die Welt
Von Lust- und Leidensmühe.
Am Fenster stand ich und starrte hinaus,
Da war nur Nacht zu schauen,
Und tiefer und tiefer trank sich mein Blick
Hinein in Dunkel und Grauen.
Da sah ich fern aus niederm Gemach
Ein zitternd Licht erblühen:
Die Arbeit stand taumelnd vom Lager auf
Zu neuen, alten Mühen.
Und hier ein Licht — und dort ein Licht,
Die grüßten von Ferne zu Ferne;
In Schloß und Hütte gingen auf
Der Mühsal bleiche Sterne.
Auf daß die Lust im Sonnenglanz
Den muntren Tanz erneue,
Entfachen lange vor Tag ihr Licht
Die Pflicht, die Sorge, die Treue.
Ist noch die Welt ein dumpfer Schlaf,
Ihr Traum ein irres Lachen,
Es grüßt sich schweigend im Morgengraun
Die stille Gemeinde der Wachen.