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Gedichte

Chapter 122: Im Garten.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Im Garten.

Ja, ich weiß, daß hier um Aug’ und Wangen
Eine Flut von Duft und Schimmer drängt,
Weiß, daß eine Traube schwerer Knospen
Fast herab bis auf die Stirn mir hängt —
Aber laßt mich doch die Sinne schließen
Vor dem Drang, mit dem der Frühling naht,
Und mich nur die Offenbarung fühlen,
Daß mein Herz noch Kraft zur Freude hat.
Denn ich ging durch einen langen Winter,
Stand vor einer tief zerstörten Welt;
Spöttisch hatt’ ich zwischen Furcht und Hoffen
Meine Lebenswage festgestellt.
Als mich heut nun diese Sonne weckte,
Sprang mein Herz, ach Freunde, sprang mein Herz,
Riß mit einem Schrei sich aus der Tiefe,
Schluchzen hört ich’s wie vor Lust und Schmerz.
Laßt mich, laßt mich nur die Sinne schließen;
Dieser Fülle weiß ich sonst nicht Rat.
Einen Tag lang will ich’s klingen hören,
Daß mein Herz noch Kraft zur Freude hat.