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Gedichte

Chapter 138: Johannisnacht.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Johannisnacht.

Leuchtkäfer schwammen in der schweren Nacht;
Auf bleichem Rasen schliefen die Syringen;
Nur der Jasmin blieb wach und horchte still
Mit mondverklärten Augen einem Klingen.
Aus blauen Schatten sang die Nachtigall,
Ein Jauchzen war’s und jugendwildes Weinen.
Sie sang das Lied der jungen Sinnenkraft,
Das Lied, in dem sich Tod und Leben einen.
Und rückgesunk’nen Blicks, geschloss’nen Auges,
Fühlt’ ich der Erde Schuld und Angst verwehn,
Und alle, alle hab’ ich sie verstanden,
Die frommen Sünden, die wir rein begehn.
In bangen Schauern hab’ ich sie verstanden,
Die süßen Sünden trunk’ner Lässigkeit,
Die einst mit grassem Blick vor uns erstehen
Als spätes, als erbarmungsloses Leid.