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Gedichte

Chapter 159: Das Kindergesicht
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Das Kindergesicht

(1915.)

Sie zeigen im Tod ein Kindergesicht.
So schrieb ein Mann, der sie sterben gesehen,
Die in die Schlacht wie zum Brautlauf gehen.
Ich las dies Wort und vergeß es nicht.
Das ist ein Wort wie ein Gedicht.
Ich hör’s die deutsche Sage singen,
Aus Strömen und Wäldern der Heimat klingen —
Ist es das Lied von Deutschland nicht?
Die deutsche Seele glaubt ans Recht,
An den Sieg der Unschuld in künftigen Tagen;
Drum wird sie von Engeln zum Siege getragen,
Drum wird sie zur Flamme in Sturm und Gefecht.
Da graust es dem Feinde, da starrt ihm ins Herz
Vieltausendfach das Aug’ der Gorgone,
Da bricht ihm das Knie vor Deutschlands Sohne;
Des Blick ist Stein, sein Arm ist Erz.
Sein Blick ist Stein — bis das Auge bricht.
Da fällt die Maske! — O mögen sie sagen
Von Deutschlands Helden in ewigen Tagen:
Sie zeigen im Tod ein Kindergesicht.