Der Sohn.
Seinem Vater schuf er Zorn;
Seiner Mutter schuf er Leiden,
Und im Herzen wie ein Dorn
Saß sein wildes Leben beiden.
Hielten sie ihn an der Brust,
War er kindlich und voll Reue.
Schwamm er fern im Strom der Lust,
So verpraßt’ er Pflicht und Treue.
Und sie fügten still sich schon,
Ihre Hoffnung auszumerzen.
Nächtlich: „Ein verlorner Sohn —!“
Schluchzten heimlich ihre Herzen. — —
„Jene Brücke wird gesprengt!“
Die es tun, sind Toderkorne.
Stürmisch aus den Reihen drängt
Hellen Augs sich der Verlorne.
Und die Kunde kam nach Haus:
„Als ein Held ist er gefallen.
Dieses Sieges Rosenstrauß,
Er hat ihn gepflückt vor allen!“ —
Lächelnd sprach der Vater: „Sieh,
Wieder ist er uns gegeben.
Was er lebte, das war nie!
Dieser Tod ist nun sein Leben.“