Die Künstler.
Denen, die der Wüste Sand durchschreiten,
Denen, die das wilde Meer befahren,
Wenn Verzagen ihren Geist umdunkelt,
Hilft die wundertät’ge Fee Morgana.
Aus den Wellen, aus dem Sand erhebt sie
Palmengrüne Küsten und Oasen,
Hohe Säulentempel, die der Osten
Überspinnt mit wunderbarem Lichte. —
Unsrer Wüstenwandrung winkt ein Eden,
Unsrer Meerfahrt solch ein selig Eiland.
Jene schauen’s, die das Ruder lenken,
Die voran dem Wüstenzuge reiten.
Schauen’s nicht in seiner wahren Schönheit;
Zitternd nur in ferner Luft begegnet
Ihrem Blick das Trugbild der Morgana —
Und ihr Auge glüht in Seherflammen.
Und den wild verzweifelnden Genossen,
Die, am Boden schmachtend, sich verfluchen,
Künden sie mit schauerndem Erstaunen
Alle Wonnen der beglückten Ferne.
Seltsam strömt’s von den beredten Lippen,
Und in nie gehörten, heiligen Lauten
Singen in prophetischer Begeistrung
Sie der Menschheit kommende Vollendung.
Wer die Seher sind? Wie oft, o Seele,
Rafftest du dich auf zu neuer Wandrung,
Wenn in seligen Tönen und Gestalten
Ihre Hoffnung sprach vom Paradiese! —
Denen, die des Lebens Meer befahren,
Die des Daseins Wüstensand durchschreiten,
Wenn Verzagen ihren Geist umdunkelt,
Hilft die wundertät’ge Fee Morgana.