Wilde Frühlingsboten.
Nicht nur im lindern
Hauche der Lüfte,
Nicht nur im wärmern
Glanze des Lichtes,
Nicht nur im ersten
Zagen, süßen
Augenaufschlag
Des jungen Lebens
Fühl’ ich die Bälde
Kommenden Frühlings,
Ahn’ ich die Nähe
Kommender Lust.
Ihr auch Boten
Des nahen Lenzes,
Ihr auch Künder
Des neuen Werdens,
Seid mir willkommen,
Brausende Winde,
Felder und Wälder
Durchheulende Stürme,
Ihr auch, dunkle,
Donnertragende
Wetterwolken,
Seid mir gegrüßt!
Irgend im weiten
Endlosen Raume
Hebt ihr, Stürme,
Die wucht’gen Schwingen,
und die Blitze,
Den lauten Donner
Zu kühnen Gesellen,
Singt ihr im Fluge
Durch alle Lande
Der neuen Schöpfung
Heiligen Anfang.
Ihr sprecht die Worte
Flammender Sehnsucht,
Ihr singt die vollen,
Allgewaltigen,
Rauschenden Töne
Des kühnen Verlangens;
Ihr seid der Wille,
Der unzerbrechliche,
Ihr die entfesselte
Helle Begeistrung,
Heraufbeschworen
Vom Druck der Ketten
Aus langer, schrecklicher
Winternacht!
Ich möchte werfen
Die Brust entgegen
Dem wilden Gesange,
Dem heiligen Rauschen
Und mit dem Herzen,
Dem sehnsuchtweiten,
Auffangen die Schauer
Des Frühlingssturms!
Horch, wie im Krachen
Zürnender Donner,
Horch, wie im Rasen
Heulender Stürme
Süße Verkündung
Lieblich ertönt:
„Singen bald werden
Die Nachtigallen,
Duften die Wälder
Blühender Rosen,
Wogen die Meere
Goldener Ähren,
Rauschen der Bäche
Schäumende Wasser,
Strahlen die Augen
Glücklicher Menschen,
Jubeln die Herzen
Alle der Welt!“