Gib, daß ich heut, o Muse, mit Engelszungen sprech’;
Die Wissenschaft, du Hehre, die wird ’mal wieder frech!
Trotz meines ernsten Mühens weicht sie um keinen Schritt
Und leugnet alte Lehren, die ehmals kein Gesitteter bestritt.
Es wird so ziemlich alles mit frevlem Mut gewagt;
Vermessen nach dem Alter der Erde wird gefragt!
Fünftausendneunmalhundert sind es und dreizehn Jahr,
Seit Gott die Welt erschaffen: das ist, ihr Herr’n, der frömmsten
Einfalt klar!
Nach Affenmenschen sucht man auf Javas ferner Flur;
O bleibt, ihr blinden Toren, bei uns im Lande nur!
Ihr lästert Gott und Menschen mit dem, was ihr bezweckt:
Ich stamme nicht vom Affen, das sag ich euch, zum mindesten
nicht direkt.
Man sollt es gar nicht glauben: Der Schwindel geht so weit
Daß ein gewisser Virchow mit „Wissenschaftlichkeit“
Erklärt: „Des Denkens Vorgang wird bald erkennbar sein.“
Na ja, ich sag euch so viel: In meinen Schädel dringt ihr
nicht hinein!
Ich frage: Warum greift hier nicht die Regierung ein?
Kann sie denn bei der Drohung des Virchow ruhig sein?
Sie steure diesem Greuel mit Schneidigkeit und Schwung;
Dazu hat sie ein Recht und — das wissen alle — auch Befähigung!
Auch ich bin ein Gelehrter und Freund der Wissenschaft;
Doch über meine Seele gewinnt sie keine Kraft!
Vom frevlen Wissensdünkel halt’ ich mein Herze rein;
Mein Wissen kann nicht anders als immer nur ein höchst bescheidnes
sein!
Stellt gegen meinen Glauben nur eure Wissenschaft,
Und lernt, wem Gott gekrönet die Stirn mit höh’rer Kraft!
Ich lehre und verkünde in Stadt sowohl als Land,
Was Gott der Herr gesprochen und ich als gut und richtig anerkannt.