Wintermorgen.
O sterbensmüder Friede,
O düstres Morgengraun!
Wie ein Gefild des Todes
Ist diese Welt zu schau’n.
Die kahlen Bäume schwanken,
Vom Morgenwind umkreist,
Als irrte durch die Kronen
Ein wahnverstörter Geist.
Darüber drohen Wolken
In stummer, dunkler Wut
Gleich Wogen einer jählings
Im Sturm erstarrten Flut.
Am düstren Morgenhimmel
Hängt noch der fahle Mond,
Ein kalter, bleicher Herrscher,
Der über Schatten thront.
Das wird ein trübes Leuchten,
Das dieser Tag uns bringt,
Weil solchen Dust der Erde
Die Sonne nicht durchdringt!
Dort steigt sie auf am Himmel
In lichtdurchsprühtem Dampf;
Sie wird das All durchwandeln
In ruhelosem Kampf.
So will ich denn erharren
Aufgang und Untergang —
Auch mich umwogt das Dunkel;
Mein Kampf wird schwer und lang.
Und will von ihr es lernen,
Wie man im Kampf besteht
Und wie ein Held am Abend
Verblutend untergeht.