WeRead Powered by ReaderPub
Gedichte cover

Gedichte

Chapter 51: Beredtes Verstummen.
Open in WeRead

Explore more books like this:

About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Beredtes Verstummen.

Ich hatte schweres Unrecht dir getan,
Mit rauhen Worten tief dein Herz verletzt
Und deinem flehend sanften Widerspruch
In Blindheit mich verschlossen bis zuletzt.
Da schwiegst du ganz und sahst mit feuchtem Blick
So gut und liebevoll mich an wie je,
Als dächtest du: „Dir dank ich alles Glück,
Wohl überwind ich einst auch dieses Weh.“
Da fiel’s wie Schuppen von den Augen mir;
Die Glut des Zornes wich der Glut der Scham,
Die jäh wie Feuersflut vom Himmel mich
Vor deiner stillen Größe überkam.