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Gedichte

Chapter 52: Liebesglaube.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Liebesglaube.

(Die Geliebte spricht:)

Ach, mit gepreßtem Herzen
War ich aufs Lager gesunken;
Ich hatte heimlich-verschwiegen
Des Argwohns Gift getrunken.
Ich wähnte das Glück verloren;
In bangen Zweifelstunden
Hatt’ ich in seinen Augen
Die Liebe nicht gefunden.
Doch heut in früher Stunde
Weckte mich leises Ahnen;
Es pochte in meinem Herzen
Ein starkes Frühlingsmahnen.
Da fand ich die Morgensonne
In meiner Kammer zu Gaste;
Es sang mit lautem Schalle
Ein Vogel vom Lindenaste.
Mich überfloß berauschend
Der goldne Strahlenregen;
Aus meinen Kissen lacht’ ich
Dem Morgenglanz entgegen:
Er kann der frommen Treue,
Der Liebe nicht vergessen!
Er kann das Herz nicht töten,
Das er im Glück besessen — —!
Und ich entschlief. Entschweben
Sah ich den bleichen Kummer.
Mit Blumenträumen bedeckte
Mich leise der Morgenschlummer. —