IV. Weib und Daheim.
Altmodisches Lied
Ich bin ein froher Mann,
Der laut verkünden kann,
Daß ihm die Liebste treu gesinnt,
Und sehe wohl das Greinen
Der Schlauen, so da meinen:
„Man sagt’s von manchem holden Kind.“
Nun hört: Wenn Zweifelsgram
Die Kraft zum Werk mir nahm —
Wer gleitet still auf meinen Schoß
Und spricht von fernen Dingen,
Die mir Genesung bringen,
Und macht mich leis’ der Ketten los?
Und kam ein düstrer Tag
Mit schwerem Wetterschlag —
Was ist’s, das mir ins Auge fällt?
Ein Strauß, ein zarter, neuer,
Von Blumen, die mir teuer,
Von meiner Liebsten hingestellt.
Wenn Hunde mich gehetzt
Und mir das Kleid zerfetzt
Und Menschenhaß im Hirne nagt —
Was schiebt sich leis’ ins Zimmer?
Ein Kind wie Sonnenschimmer
Und lallt, was sie ihm vorgesagt.
Doch ward ein Leid zu schwer,
Verhüllt’s kein Schleier mehr,
Und muß es ausgesprochen sein,
So blickt sie ohne Beben
Mit mir dem argen Leben
Gerad’ ins wilde Aug’ hinein.
Und alles sag’ ich ihr,
Und alles sagt sie mir
Und teilt mit Lust mein schwerstes Los.
Ich sah in manchen Nächten
Aus allen Schattenmächten
Ihr sanftes Auge, klar und groß.
Der Neid zeig’, was er kann;
Ich bin der starke Mann,
Dem eine Seele treu gesinnt.
Ihr Spötter, laßt mir’s gelten,
Und wollt ihr Kind mich schelten,
So bin ich wohl des Glückes Kind.