Timm Clasen.
Am Fischerewer träumt ein Licht
Und nickt, als ob’s im Traume spricht
Mit seinem Widerschein — der blinkt
Aus stiller Flut — und blinkt — und winkt —
Hoo, Timm Clasen, heut gibt’s einen Fang!
Timm Clasen aber sinnt anderm nach.
Was glitscht im Mondschein her gemach?
Ei, Jan Frerk — der kommt mir in’n Griff!
Ein dumpfer Ruf — ein leiser Pfiff —
Hoo, Timm Clasen, das gibt einen Fang!
Jan Frerk, der küßte Trin Antje’s Mund —
Die Krebse sollen dich fressen, du Hund!
Und er ruft ihn an und keucht und zischt,
Herüber, hinüber fliegt Gall’ und Gischt,
Hoo, Timm Clasen, nun gibt’s einen Fang!
Timm langt aus — und da kentert das Boot;
Jan grapst an den Planken in Todesnot;
Timms Ruder krachend niederschlug:
Da — der hat für diesmal genug.
Hoo, Timm Clasen, das gab einen Fang! — —
Timm Clasen, wie wird der Fluß nun still,
Und der Mond tut, als ob er reden will. —
Timm lichtet den Anker und schwimmt stromab
Mit der Ebbe und läßt das Netz hinab —
Hoo, Timm Clasen, nun gibt’s einen Fang!
Teufel, wie schwer — oha! Er zieht;
Er bringt es herauf — und starrt — und sieht —
Timm Clasen, wie scheint der Mond heut rot!
Da glotzt Jan Frerk; Jan Frerk ist tot —
Hoo, Timm Clasen, das gab einen Fang!
Und das Netz fiel klatschend! Vom Uferrohr
Ein schwarzer Vogel stieg steil empor
Und schoß ins Land. Über’n Birkenschlag
Starrt mit einem Auge der Tag —
Hoo, Timm Clasen, das gibt einen Fang!