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Gedichte

Chapter 60: Was Ortrun sprach.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Was Ortrun sprach.

Gib wie immer deine liebe Hand,
Eh’ ich eintret’ in des Schlummers Land.
Sollst im Dunkel mir zur Seite stehen,
Mit mir durch des Traumes Garten gehen.
Sieh, das ist das Süßeste vom Tag,
Daß ich deine Hand noch fassen mag,
Wenn des Tages Ängste von mir sinken
Und des Schlummers milde Schatten winken.
„Meine Zuflucht“, klingt in mir ein Wort,
„Meine Zuflucht“, klingt es immerfort.
Alle, die dich lieben, die dich hassen,
Endlich müssen sie dich mir nun lassen.
Deine Hand nur fühl’ ich noch allein;
Alles andre mag verloren sein.
Ach, in mancher Nacht war mir’s verliehen,
Dich im Traum mit mir hinwegzuziehen.
Und in fernen Himmeln noch empfand
Ich den leisen Druck der teuren Hand,
Wie ein volles, heiliges Umfassen:
„Schreite fest, ich will dich nicht verlassen.“
Soll mir deine Hand erhalten sein,
Tret ich gern in jedes Dunkel ein;
Muß es doch nach allen Schrecken bringen
Einen Traum, in dem die Sterne singen. —