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Gedichte

Chapter 61: Frauenschönheit.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Frauenschönheit.

In glüh’nden Worten,
In Liedern meist
Hab’ ich gejubelt,
Wie schön du seist.
Du sahst im Spiegel
Dein Angesicht
Und glaubtest lächelnd
Dem Schwärmer nicht.
Wie sollte der Spiegel,
Das kalte Glas,
Dir sagen, was ich dir
Vom Antlitz las!
Ein Schlag des Herzens
In deiner Brust,
Ein leichter Seufzer,
Dir unbewußt,
Ein Hauch der Liebe
Von deinem Mund
Tut deine Schöne
Bezaubernd kund.
Wie Sonnenschimmer,
Wie Windeshauch,
So naht der Zauber,
So flieht er auch.
Und kaum geschwunden,
Erfüllt er ganz
Dein Antlitz wieder
Mit neuem Glanz.
Doch nur dem Auge,
Das sorgsam wacht
Ob deinem Leben
Bei Tag und Nacht,
Das selbst die Flammen
Der Sehnsucht zeigt,
Wenn’s tief sich über
Dein Antlitz neigt —
Nur ihm begegnet
Rein und ganz
All deine Schönheit
In flüchtigem Glanz.