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Gedichte

Chapter 71: Angelika.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Angelika.

Von der raschen Lebenswelle,
Die mein Herz durchfloß,
Die in sel’ger Stundenschnelle
Brausend dich umschloß,
Von der Liebe Schönheitsrausche
Taumelnd übermannt,
Hab’ ich oft im Liebestausche
„Engel“ dich genannt. —
Schweigend Platz an unserm Tische
Längst die Sorge nahm;
Deiner Wangen holde Frische
Tilgt ein früher Gram.
Seh’s mit nagender Beschwerde,
Seh’s mit stiller Qual,
Wie du jenen Gast am Herde
Nährst mit deinem Mahl.
Hielt ich gern ein Leid verborgen,
Nimmst du’s dennoch wahr;
Denn die Sprache stummer Sorgen
Ist dir offenbar.
Was uns einst so fest umschlungen,
Hält uns noch geeint:
Tränen, die ich still bezwungen,
Hast du still geweint. —
Oft umspinnen lichte Träume
Die Gedanken mir,
Durch des Hauses traute Räume
Folgt mein Auge dir:
Eine Hülle seh ich fallen
Wie ein irdisch Kleid,
Einen Schimmer dich umwallen
Wie aus künft’ger Zeit.
Und in solcher Liebesstunde
Ernst verschwiegnem Glück
Kehrt mir immerdar zum Munde
Jenes Wort zurück.
Denn der Liebe sonder Klage
Rührende Gewalt
Wandelt mehr mit jedem Tage
Dich zur Lichtgestalt.