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Gedichte

Chapter 8: Wie Jan Bart die Blockade brach.
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Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

Wie Jan Bart die Blockade brach.

Jan Bart fragt den Teufel nach „dehors“;
Stracks will er hinein zu Louis Quatorze.
Aber die Schranzen im Wartezimmer
Sperren den Weg dem Genie, wie immer.
Wenn sie dem Tüchtigen freie Bahn
Lassen, dann ist’s um sie getan;
Das weiß das Pack. Und mit Furcht und Zittern
Hält es die Könige hinter Gittern.
Jan Bart ist aber gewohnt zu siegen.
Na warte, denkt er, euch will ich schon kriegen,
Lehnt sich gemächlich gegen die Wand,
Schlägt Feuer und setzt seine Pfeife in Brand.
Erstarrung. Entsetzen. Schauder und Grauen.
Ist’s denkbar? Soll man den Augen trauen?
Man hätt’ ihn so gern auf den Trab gebracht;
Doch wer ihn gesehen — —, der hat sich bedacht.
„Majestät — ein Offizier — der raucht —
Im Vorzimmer — wünscht Gehör —“, so haucht
Der Offizier vom Dienst und harrt.
Spricht der König: „So keck ist nur Jan Bart.
Er rauche zu Ende und trete ein.“
Jan aber läßt Pfeife Pfeife sein
Und steht alsbald vor dem „Sonnenkönig“.
Jan hält sich aber auch nicht für wenig.
Und er hat für einen Matrosen gesprochen,
Der einen andern im Zweikampf erstochen.
Sie wollte nicht dran, die Majestät;
Jan Bart hat aber nicht beigedreht.
Es galt eines teuren Freundes Leben,
Und der König hat endlich nachgegeben
Und hat gemeint: „Du forderst viel;
Ich gewähre dir, was ich abschlug Tourville!“
Und rühmte mit manchem Wort noch das Werk
Des Helden von Newcastle und Dunkerque.
Die Zwiesprach währte fast einunddreißig
Minuten! (Die Schranzen zählten fleißig.)
Und als er nun wieder hervorgekommen,
Da hat man ihn gleich in die Mitte genommen.
Ei, das hat sich geschwärmt und scharwenzelt!
Ei, das hat sich gescharrt und geschwänzelt!
Ein Mann, dem der König aus eigenstem Munde
Das Wort gegönnt eine halbe Stunde —
Da mag man nun sagen, was man kann —
Ein solcher Mann, das ist ein Mann!
Sie haben umstellt ihn und eingekreist,
Sein Genie gerühmt, seinen Heldengeist;
Sie haben ihn förmlich eingeschlossen
Und ihn mit Narden und Honig begossen.
„Monsieur, wie kam’s nur, daß Sie den Schlingen
Der Briten bei Dunkerque entgingen!
Sie waren doch regelrecht blockiert!
Wir sind aufs höchste interessiert!“
„Nichts leichter als das!“ ruft unser Jan Maat,
Und eh’ sich’s einer versehen hat,
Kriegt links ein Gauch und rechts ein Gauch
Eins vor die Brust, eins vorn Bauch;
Ein Fußtritt hier, ein Fußtritt da,
Knuffpuff, klabautz, Viktoria!
Jan Bart steht schon an der Tür und lacht:
„Adieu, meine Herren, so hab’ ich’s gemacht!“