Ewiges Glück.
Langsam durchschnitt ein Schiff die schwarzen Fluten.
Weit dehnte sich das Meer, unnennbar groß,
Und über ihm im bleichen Mondenstrahle
Stand schimmernd eine Möve, regungslos.
So schwebten unsre Seelen still im Lichte.
Du saßest an des Schiffes Bord gelehnt;
Ich stand vor dir, und Auge sank in Auge,
Und unser war, was wir so lang ersehnt.
Kein Laut entheiligte das süße Schweigen;
Voll war das Herz, und Worte waren weit.
Das Glück war unermeßlich; aus den Fluten
Und in den Herzen klang’s: Unendlichkeit! —
Gedenken muß ich jener fernen Stunde,
Da wieder vor uns wogt das blaue Meer.
Hell glänzt der Tag — die Woge rollt zum Strande;
Sie rauscht und sprüht — sonst Stille ringsumher.
Wir ruhn am Ufer, traumversunken beide.
In jener klugen Welt, der wir entflohn,
Da reden sie vom Glück der reinen Liebe
Nur noch mit Lachen und mit kaltem Hohn.
Wo gierendes Gewinnen und Genießen
Die Menschen eint und voneinander reißt,
Da raunten sie mir in das Ohr, daß Liebe
Ein Trug und Rausch für kurze Stunden heißt.
Ins Meer blick ich hinaus: Noch immer haucht es
Ins Herz mir Schauer der Unendlichkeit.
In deinem Auge such ich deine Treue,
Und ruhig lächelt’s: „Für die Ewigkeit!“