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Gedichte

Chapter 91: An der Wiege.
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About This Book

Die Sammlung versammelt lyrische und erzählende Gedichte, geordnet in thematische Abschnitte: Balladen und Erzählgedichte, Naturlyrik, junge Liebe, Weib und Heim, Kindheit und Frohsinn, Betrachtungen über Leben, Leiden und Tod, Vaterlandslieder, Reflexionen über Kunst und Dichter, religiöse und philosophische Gesänge, Sprüche sowie satirische und belehrende Stücke. Die Verse reichen von dramatischen Seefahrerballaden und erzählenden Stücken bis zu intimen Liebesliedern, pastoralen Beobachtungen, elegischen Betrachtungen und scharfen Gesellschaftskritiken, verbinden formale Vielfalt mit wiederkehrenden Motiven wie Natur, Erinnerung, moralischem Fragen und nationalem Empfinden.

An der Wiege.

Wundersames Lächeln
Träumend unbewußt
Eines zarten Kindes
An der Mutterbrust!
Sei dafür mit Tränen
Still ans Herz gedrückt,
Engel, der seit Monden
Stammelnd uns beglückt!
Nur gedämpfter Schimmer
Dir ins Auge fällt:
Hinter Ahnungsschleiern
Dämmert dir die Welt,
Und dem Ohr vorüber
Zieht verwehter Klang,
Der vom Weltgebrause
Fern herüberdrang.
Sieh, und doch schon lächelt
Hold dein Angesicht,
Schon durchströmt die Seele
Ein geheimes Licht. —
Laß uns nicht verzagen,
Wenn das Leid uns drängt,
Wenn der Schmerz umklammernd
Uns die Brust beengt!
Denn durch diese Tale
Wandeln wir im Traum:
Was uns wirr umflutet,
Wir verstehn es kaum;
Doch auf anderm Sterne
Werden wir’s versteh’n,
Wenn dies Kind noch irrend
Wird auf Erden gehn.
Wie des Kindes Auge
Schon der Zukunft lacht,
Ob es auch aus tiefen
Nächten kaum erwacht,
So in dankerfüllter,
Ahnungsvoller Ruh
Lächle unser Antlitz
Jenen Fernen zu.