Da thront sie wieder; thront, als ob sie warte.
Was willst du, Traumbild, immer noch von mir
mit deinem Gnadenblick? du bist doch tot!
Zu oft bin ich von diesem Blick erwacht;
ich fühls, ich träume nur! Was quälst du jetzt
mit täuschender Erhörung meine Nächte
und blicktest nie zuvor, zu keiner Stunde
— o doch: in einer, einer Stunde doch:
in deiner Sterbestunde — so mich an!
Willst du den Mann, der ich in Schmerzen ward,
durch deinen Hingang ward, noch büßen lassen,
was dir der unbedachte Jüngling tat?
Wars denn so schlechte Tat? Wars nicht Verehrung,
daß ich mit meiner Lust an Ruhm und Rang
auch Dir zu schmeicheln dachte? Warb ich nicht
mit höchster Hoffahrt um dein stolzes Herz?
Aus deiner stillen Welt, die mir nicht würdig
genug für deine holde Würde schien,
wollt ich ein klingend Sphärenspiel gestalten!
Hab ich dich nicht gefeiert? Schmückt ich nicht
dein jungfräuliches Haupt mit einer Krone?
mit stetem Festglanz unsern Thron! Und gabst mir
kaum eine Gunst dafür, kaum ganz ein Lächeln,
nie einen vollen, seelenvollen Dank,
nie —