The Project Gutenberg eBook of Geschichte der Philosophie im Islam
Title: Geschichte der Philosophie im Islam
Author: T. J. de Boer
Release date: May 7, 2017 [eBook #54679]
Most recently updated: October 23, 2024
Language: German
Credits: Jeroen Hellingman and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net/ for Project Gutenberg (This file was produced from images generously made available by The Internet Archive/American Libraries.)
der
Philosophie im Islam
FR. FROMMANNS VERLAG (E. HAUFF).
1901.
Vorwort.
Nach der vortrefflichen Skizze Munk’s1 ist dies der erste Versuch, die Geschichte der Philosophie im Islam im Zusammenhang vorzuführen. Ein neuer Anfang also, kein Abschluss möchte meine Arbeit sein. Nicht Alles, was auf diesem Gebiete vorgearbeitet, ist mir bekannt geworden und nicht alles Bekannte war mir zugänglich. Handschriftliches konnte nur ausnahmsweise benutzt werden.
Der Darstellung wegen sind die Quellenbelege zurückgehalten. Nur wenn ich etwas fast wörtlich oder ohne Nachprüfung herübergenommen habe, ist das in den Noten bemerkt worden. Übrigens bedauere ich sehr, dass es jetzt nicht gehörig zur Anschauung kommen kann, was ich, für das Verständnis der Quellen, Männern wie Dieterici, de Goeje, Goldziher, Houtsma, Aug. Müller, Munk, Nöldeke, Renan, Snouck Hurgronje, Steinschneider, van Vloten und vielen, vielen anderen verdanke.
Erst nach Abschluss dieser Arbeit ist eine interessante, auch über die Vorgeschichte der Philosophie im Islam sich verbreitende Monographie über Ibn Sina erschienen.2 Sie gibt mir aber keine Veranlassung, meine Auffassung im ganzen zu ändern.
Für alles Bibliographische verweise ich auf die Orientalische Bibliographie, Brockelmann’s Geschichte der Arabischen Litteratur und die Litteraturnachweise bei Überweg-Heinze. Bei der Umschreibung arabischer Namen habe ich mehr auf Tradition und deutsche Aussprache als [4]auf Konsequenz geachtet. Es sei nur bemerkt, dass das z als weiches s zu sprechen, und das th wie das englische. Im Personenregister bezeichnen Accente die Länge.
So viel wie möglich hab’ ich mich auf den Islam beschränkt. Deshalb sind Ibn Gebirol und Maimonides nur im Vorbeigehen genannt, andere jüdische Denker ganz übergangen, obgleich sie, philosophisch betrachtet, dem muslimischen Bildungskreise angehören. Der Schaden ist aber nicht gross. Denn über die jüdischen Philosophen ist schon viel geschrieben worden, während man bis jetzt die muslimischen Denker sehr vernachlässigt hat.
Groningen (Niederlande).
T. J. de Boer. [5]
Inhaltsübersicht.
Seite
I. Zur Einleitung. 9–33
1. Der Schauplatz 9
1. Das alte Arabien. 2. Die ersten Chalifen. Medina. Schiiten. 3. Die Omajjaden. Damaskus, Basra und Kufa. 4. Die Abbasiden. Bagdad. 5. Kleinstaaterei. Fall des Chalifates.
2. Orientalische Weisheit 13
1. Semitische Spekulation. 2. Persische Religion. Zrwanismus. 3. Indische Weisheit.
3. Griechische Wissenschaft 17
1. Die Syrer. 2. Die christlichen Kirchen. 3. Edessa und Nisibis. 4. Harran. 5. Gondeschapur. 6. Syrische Übersetzungen. 7. Die Philosophie bei den Syrern. 8. Arabische Übersetzungen. 9. Die Philosophie der Übersetzer. 10. Umfang der Überlieferung. 11. Fortsetzung des Neuplatonismus. 12. Das Buch vom Apfel. 13. Die Theologie des Aristoteles. 14. Aufnahme des Aristoteles. 15. Die Philosophie im Islam.
II. Philosophie und arabisches Wissen 34–68
1. Die Sprachwissenschaft 34
1. Die verschiedenen Wissenschaften. 2. Die arabische Sprache. Der Koran. 3. Die Grammatiker von Basra und Kufa. 4. Logische Grammatik. Metrik. 5. Sprachwissenschaft und Philosophie.
2. Die Pflichtenlehre 38
1. Tradition und Freiheit. 2. Die Analogie. 3. Inhalt und Stellung der Pflichtenlehre. 4. Ethik und Politik.
3. Die Glaubenslehre 42
1. Christliche Dogmatik. 2. Der Kalam. 3. Die Mutaziliten und ihre Gegner. 4. Menschliches und göttliches Wirken. 5. Gottes Wesen. 6. Offenbarung und Vernunft. 7. Abu-l-Hudhail. 8. Nazzam. 9. Dschahiz. 10. Muammar und Abu Haschim. 11. Aschari. 12. Der atomistische Kalam. 13. Die Mystik. [6]
4. Litteratur und Geschichte 63
1. Die Litteratur. 2. Abu-l-Atahia. Mutanabbi, Abu-l-Ala. Hariri. 3. Geschichtliche Überlieferung. 4. Masudi und Muqaddasi.
III. Die pythagoreische Philosophie 69–89
1. Die Naturphilosophie 69
1. Die Quellen. 2. Die mathematischen Disziplinen. 3. Die Naturwissenschaften. 4. Die Medizin. 5. Razi. 6. Die Dahriten.
2. Die treuen Brüder von Basra 76
1. Die Karmaten. 2. Die Brüder und ihre Encyklopädie. 3. Eklektizismus. 4. Das Wissen. 5. Die Mathematik. 6. Die Logik. 7. Gott und Welt. 8. Die menschliche Seele. 9. Religionsphilosophie. 10. Die Ethik. 11. Wirkung der Encyklopädie.
IV. Die neuplat. Aristoteliker des Ostens 90–137
1. Kindi 90
1. Sein Leben. 2. Verhältnis zur Theologie. 3. Die Mathematik. 4. Gott, Welt, Seele. 5. Die Lehre vom Nus. 6. Kindi als Aristoteliker. 7. Die Schule Kindis.
2. Farabi 98
1. Die Logiker. 2. Farabis Leben. 3. Verhältnis zu Platon und Aristoteles. 4. Die Philosophie. 5. Die Logik. 6. Das Seiende. Gott. 7. Die Himmelwelt. 8. Die irdische Welt. 9. Die menschliche Seele. 10. Der Geist im Menschen. 11. Die Ethik. 12. Die Politik. 13. Das zukünftige Leben. 14. Rückblick. 15. Wirkungen seiner Philosophie. Sidschistani.
3. Ibn Maskawaih. 116
1. Seine Stellung. 2. Das Wesen der Seele. 3. Prinzipien der Ethik.
4. Ibn Sina 119
1. Sein Leben. 2. Das Werk. 3. Philosophische Wissenschaften. Die Logik. 4. Metaphysik und Physik. 5. Anthropologie und Psychologie. 6. Die Vernunft. 7. Allegorische Darstellung der Vernunftlehre. 8. Geheimlehre. 9. Ibn Sinas Zeit. Beruni. 10. Behmenjar. 11. Das Fortleben Ibn Sinas.
5. Ibn al-Haitham 133
1. Der Zug nach Westen. 2. Ibn al-Haithams Leben und Werke. 3. Wahrnehmung und Erkenntnis. 4. Nachwirkung. [7]
V. Der Ausgang der Philosophie im Osten 138–152
1. Gazali 138
1. Dialektik und Mystik. 2. Gazalis Leben. 3. Stellung zu seiner Zeit. 4. Die Welt. 5. Gott und Vorsehung. 6. Der Mensch. 7. Gazalis Theologie. 8. Erfahrung und Offenbarung. 9. Rückblick.
2. Die Kompendienschreiber 150
1. Stellung der Philosophie. 2. Philosophische Bildung.
VI. Die Philosophie im Westen 153–176
1. Die Anfänge 153
1. Die Omajjadenzeit. 2. Das elfte Jahrhundert.
2. Ibn Baddscha 156
1. Die Almoraviden. 2. Ibn Baddschas Leben. 3. Charakteristik. 4. Logik und Metaphysik. 5. Seele und Geist. 6. Der einzelne Mensch.
3. Ibn Tofail 160
1. Die Almohaden. 2. Ibn Tofails Leben. 3. Hai ibn Jaqzan. 4. Hai und die Entwicklung der Menschheit. 5. Hai’s Ethik.
4. Ibn Roschd 165
1. Sein Leben. 2. Ibn Roschd und Aristoteles. 3. Logik. Erkenntnis der Wahrheit. 4. Die Welt und Gott. 5. Körper und Geist. 6. Geist und Geister. 7. Rückblick. 8. Praktische Philosophie.
VII. Zum Schluss 177–188
1. Ibn Chaldun 177
1. Die Zeitverhältnisse. 2. Das Leben Ibn Chalduns. 3. Philosophie und Welterfahrung. 4. Geschichtsphilosophie. Historische Methode. 5. Gegenstand der Geschichte. 6. Charakteristik.
2. Die Araber und die Scholastik 184
1. Politische Lage. Die Juden. 2. Palermo und Toledo. 3. Die Araber in Paris. [9]