WeRead Powered by ReaderPub
Gitanjali (Sangesopfer) cover

Gitanjali (Sangesopfer)

Chapter 64: Du führtest zu Freunden
Open in WeRead

Explore more books like this:

About This Book

A sequence of short lyrical poems has a speaker addressing a divine beloved or master, offering songs and small gifts while meditating on devotion, humility, and disciplined spiritual practice. Recurring images of music, flute, garden, labor, and pilgrimage serve as metaphors for creative surrender, service to the lowly, patient waiting, and the inner journey toward union. Several pieces reject pride and ornament in favor of simple living, celebrate the sanctity of ordinary work, and hold to a persistent hope of perceiving and serving the beloved more fully.

63

Du führtest zu Freunden mich, die ich nicht kannte. Du wiesest den Sitz mir im Hause, das nicht mein eigen. Du brachtest das Ferne mir nah und machtest mich Bruder dem Fremden.

Mein Herz ist voll Unruh, wenn das vertraute Obdach ich lassen muß, und ich vergesse, daß altes immer im neuen wohnt, daß auch du dort wohnst.

Durch Geburt und Tod, in dieser Welt oder in andern, wohin du mich führst, du bist es, derselbe, der ein Gefährte des endlosen Lebens, der immer mein Herz mit den Banden der Freude dem Ungewohnten verbindet.

Dem, der dich kennt, ist nichts mehr fremd, keine Tür ist verschlossen. O, gewähr dies Gebet mir, daß ich nie den Segen verliere, das Eine zu fassen im Spiele der Vielen.