VIII. KAPITEL. [←]
DER DRUCKBETRIEB UND DAS BUCHGEWERBE IN DEUTSCHLAND.
Die Schriftgiesserei und die Druckschriften. Die Technik des Setzens und Druckens: Der Satzapparat, die Korrektur, die Presse, die Farbe. Prinzipal, Geselle und Lehrling. Die Buchbinderkunst. Der Buchhandel: Die litterarische Produktion, das Verhältnis zwischen Autor und Verleger.
besserungen.
MÖGEN auch abweichende Urteile darüber herrschen, welcher Anteil an der technischen Weiterbildung der neuen Kunst dem Erfinder selbst, welcher seinen Genossen und ersten Nachfolgern gehört, so steht doch das eine fest, dass die Technik der Kunst und der mechanische Apparat, nachdem die ersten unsicheren Versuche hinter den genannten lagen, eine derartige Festigkeit im Prinzip und Abrundung in der Ausführung gewonnen hatten, dass man, trotz der Fortschritte der Gewerbe und der Anwendung wissenschaftlicher Grundsätze auf dieselben, in der langen Zeit von dem Jahre 1500 bis zu dem Jahre 1750 nicht imstande war, das Überkommene durch Neues zu ersetzen[1].
Successive Verbesserungen in der Herstellung der Schriften und des Druckes traten zwar ein, aber keine durchgreifenden Reformen. Erst zu Ende des xviii. Jahrhunderts zeigten sich die Vorboten solcher, jedoch erst dem xix. Jahrhundert war es beschieden, ihnen Fleisch und Blut zu geben.
In der SCHRIFTGIESSEREI bestanden die Verbesserungen, nachdem man schon frühzeitig gelernt hatte, die Stempel in Stahl, die Matern in Kupfer, die Schriften in härterer Metallmischung herzustellen, hauptsächlich in der Einführung der nach bestimmten Regeln sich abstufenden Schriftgrössen (Kegel-System), während anfänglich Zufälligkeiten oder Laune bestimmend waren.
Schrifthöhe.
Leider wurde vom Beginn ab weder in Betreff des Kegels noch der Schrifthöhe eine Einheitlichkeit in allen Ländern durchgeführt. Nicht allein verfolgte jedes Land seinen eigenen Weg, sondern in den einzelnen Ländern, und zwar ganz besonders in Deutschland, herrschte Verschiedenheit, die sich sogar auf die einzelnen Städte ausdehnte, ja, selbst in den Druckereien einer und derselben Stadt sah es oft traurig genug um die Einheitlichkeit aus.
Das Giessinstrument war so eingerichtet worden, dass die Buchstaben beim Giessen einen trichterförmigen Anguss erhielten, dessen Schwere die scharfe Ausprägung des Buchstabenbildes förderte. Die Interpunktionszeichen wurden vermehrt und erhielten eine zweckmässigere, weniger prätentiöse Form. Die überaus zahlreichen Ligaturen der Buchstaben wurden auf eine kleine Zahl beschränkt und die sogenannten Auszeichnungsschriften zum Hervorheben einzelner Zeilen oder Wörter eingeführt.
Die Typen wurden mit einer Einkerbung (Signatur) versehen. Diese diente nicht allein dem Setzer als Richtschnur, um den Buchstaben gleich aus dem Kastenfach richtig zu fassen und in den Winkelhaken einzureihen, sondern auch als Unterscheidung der verschiedenen, auf einem und demselben Kegel gegossenen Schriftsorten, indem man mit der Stellung der Signatur auf der unteren, beim Satz oberen, Langseite der Type wechseln, nach Befinden auch gleichzeitig mehrere Signaturen anbringen konnte.
Schriften.
Mit der steigenden Zahl der Schriften war dieses Unterscheidungszeichen recht notwendig geworden. Bereits das, 1721 erschienene, Handbuch von Ernesti weist nicht weniger als 47 verschiedene Frakturschriften bei 18 Kegelstärken auf. Man sieht auch hieraus, welche grosse Ansprüche schon damals an die Schriftgiessereien und Buchdruckereien gestellt wurden. In Deutschland verdoppelten sich diese Ansprüche, denn man musste auch in Antiqua- und Kursiv-Schriften wohl versorgt sein. Das erwähnte Handbuch bringt 21 Antiqua- und 14 Kursiv-Proben, daneben 11 Grade Griechisch und 9 Grade Hebräisch, ausserdem arabische, samaritanische, armenische, koptische, cyrillische, glagolitische, russische, hunnische, scytische, wendische Schriften, Runen, Choral- und gewöhnliche Noten.
War auch die eigentliche Stereotypie noch nicht zur Anwendung gekommen, so kann doch kein Zweifel darüber obwalten, dass man bereits im xv. Jahrhundert in ziemlich ausgedehnter Weise das Clichieren geübt hat, freilich noch aus freier Hand durch Eindrücken der grossen Initialen oder der Holzstöcke in ein halberstarrtes Metall oder in Thon, wodurch man eine, für das weitere Giessen verwendbare Mater gewann.
die Zierschriften.
Obwohl die Frakturschrift die in Deutschland herrschende Schrift war, so zeigte sich doch keine grosse Thätigkeit in der Fortbildung derselben; wir berührten diese bereits, als von Nürnberg die Rede war (S. 129). Als Auszeichnungsschrift wurde hauptsächlich die Schwabacher Schrift, nachdem sie aufgehört hatte Buchschrift zu sein, benutzt; auch machte sich die Typographie die Kanzlei- und die Kurrentschrift dienstbar. Mit der Kanzlei nahm der herumreisende Schriftschneider Schmidt in Leipzig einen nicht üblen Versuch vor; Crabath in Prag schnitt eine schattierte Schrift mit einem starken und einem schwachen Strich. Mit der Kurrentschrift wurde zu Beginn des xviii. Jahrhunderts verschiedentlich experimentiert. Voran ging Christ. Zink in Wittenberg, ihm folgten Schmidt und in Wien von Trattnern. In Basel zeichneten sich Joh. Putorius und W. Haas aus, in Frankfurt a. M. Luther.
Noch weniger als in der Fraktur leistete Deutschland in der Antiqua. Frobens und Oporins Typen blieben noch zu Anfang des xvii. Jahrhunderts massgebend, obwohl diese selbst mehr Nachahmungen des römischen, als des verbesserten venetianischen Schnittes waren.
Als zu Ende des xvii. Jahrhunderts die Verbreitung der holländischen Ausgaben in Deutschland den Sinn für schöne Drucke geweckt hatte, fing man an, sich Matrizen aus Holland kommen zu lassen. Besonders war es der Schriftgiesser Erhard in Leipzig, welcher sich die Janssonschen Schriften anschaffte. In Nürnberg schnitt Joh. Lobinger lateinische Schriften, die Beifall fanden, ebenso, in Nachahmung der holländischen, Christ. Zinck in Wittenberg. Ein eigentlicher Bahnbrecher erstand jedoch nicht unter den deutschen Schriftgiessern. Wahrscheinlich würde ein solcher auch, in Ermangelung jeglicher Unterstützung und Aufmunterung, das Schicksal so mancher Bahnbrecher gehabt haben. Unter solchen Verhältnissen findet man deutsches Geschick und Talent, wie in manchem anderen Fach, so auch in der Schriftgiesserei hauptsächlich nur im Dienste des Auslandes thätig.
DIE TECHNIK DES SETZENS UND DRUCKENS. Was den Satz-Apparat betrifft, so wurde der Setzkasten zweckmässiger eingeteilt, und für die Fraktur und Antiqua verschieden eingerichtet; auch machte die öftere Benutzung der orientalischen Schriften besondere Kästen für diese notwendig. Der „Winkelhaken“ wurde verstellbar und aus Metall angefertigt. Das „Schiff“ erhielt den Doppelboden (Zunge) zum Ausziehen, war jedoch noch von Holz. Die eisernen Schliessrahmen fanden überall Eingang.
Der Satz selbst bekam durch den Durchschuss, die Absätze, die Schmutztitel, Buch- und Kapitel-Einteilungen eine freiere, übersichtlichere Gestaltung. Die Titel in der jetzigen Einrichtung wurden allgemein, ebenso die Angabe des Druckorts und des Datums, des Druckers, später auch des Verlegers. Die kleineren Schriftgattungen gestatteten die Verwendung der kleineren, handlichen Formate. Die Zahl der letzteren war eine übergrosse, ausser den gewöhnlichsten: Folio, Oktav, Duodez und Sedez, wurden: Achtzehner, Vierundzwanziger, Zweiunddreissiger, Achtundvierziger, Zweiundsiebenziger, Sechsundneunziger oft verwendet, es kamen dazwischen aber auch noch andere vor. Die Kolumnentitel, die Signatur, die Norm und der Kustos waren an und für sich kleine, aber doch wesentliche Verbesserungen. Die Accidenzarbeiten hatten noch keine grosse Bedeutung.
Die Presse von 1750 war im Prinzip und in allen wesentlichen Bestandteilen dieselbe wie die aus dem Jahre 1500. Sie wurde aus Holz konstruiert, jedoch fertigte man nach und nach die Spindel, die Mutter, den Tiegel aus Messing oder Eisen und das Fundament und die Schienen aus Eisen. Als Verbesserer der Pressen werden namentlich Danner in Nürnberg und Wilh. Janszoon Blaeu in Amsterdam genannt.
Um eine Form zu drucken war ein zweimaliges Anziehen des Bengels notwendig, da der Tiegel nicht gross genug war, um eine volle Form zu decken. Der Karren wurde deshalb erst bloss bis auf die Hälfte der Form hineingefahren und der erste Druck geübt, dann ganz hinein, damit auch die andere Hälfte gedruckt wurde.
An der Presse arbeiteten zwei Drucker, der „Pressenmeister“ und der „Ballenmeister“[2], die sich jedoch gewöhnlich in der Arbeit ablösten. Der jedesmalige Ballenmeister hatte die zwei pilzförmigen Ballen aus Holz, die mit Rosshaaren überdeckt und mit Schafleder überzogen waren, einzufärben, die von dem Farbetische entnommene Farbe durch tüchtiges Reiben der Ballen an einander gut zu verteilen und dann die Form einzuschwärzen, indem er, unter fortwährend wiegender Bewegung der Ballen, diese erst von oben nach unten und dann seitwärts auf die Schrift drückte, und länger an den Stellen, die eine besonders sorgfältige Einfärbung verlangten, z. B. bei grossen Titelschriften und Illustrationen, anhielt.
Trotz dieser zeitraubenden Manipulationen konnten doch zwei Drucker in einem Arbeitstag 2000 Drucke, flinke Drucker sogar 3000, also resp. 1000 und 1500 vollständige Bogen fertig bringen.
Die Farbe wurde von jeder Buchdruckerei selbst bereitet und bestand aus Leinöl-Firnis und Kienruss. Sie war im allgemeinen eine gute, und es kam hauptsächlich nur darauf an, dass der Firnis die richtige Stärke erhielt. Da das Sieden desselben nicht ohne Feuergefahr war, so gestattete man es nur auf einem, dazu von den Stadtbehörden bestimmten Platz. Der Tag des Siedens galt als halber Festtag für die Drucker. Um dem siedenden Öl sowohl die wässerigen als die überflüssigen fettigen Teile zu nehmen wurden Stückchen von Brotrinde oder Semmel hineingesteckt. Mit Salz bestreut, wurden diese Brotstückchen gern gegessen, sie mehrten aber noch den selbstverständlichen Durst ins unberechenbare und das Bier schmeckte nun um so besser.
Die Korrektur-Abzüge wurden mittels der Bürste abgeklopft, mitunter auch in grausamer Weise abgetreten! Man legte eine Partie Makulatur über den abzuziehenden Bogen und trat nun den Druck ab, indem man sich auf die Form stellte.
Grössere Offizinen hatten ihre Haus-Korrektoren und es bildete sich ein besonderer Stand der Korrektoren von Beruf. Soll man nach den Ermahnungen eines ihrer Kollegen[3] urteilen, so müssen sie nicht immer sich des solidesten Lebenswandels befleissigt haben, denn neben einem guten Auge verlangt er vor allen Dingen von einem guten Korrektor, dass er „mit allem Fleiss für der Trunkenheit sich hütet, auff dass er nicht etwa gantz nichts, oder hingegen mehr, als in Wahrheit vorhanden, sehe oder auffzeichne. Und, welcher zu dieser Verrichtung verordnet, gerne trincket, ist ein unnützer Mensch, zu welchem der Druckherr, wann er ihm offt also bezecht sihet, ohne Vorwunderung wol sagen möchte: troll dich du Bösewicht“.
Der Buchdruckerprinzipal musste, bevor er eine Offizin eröffnete, den Buchdruckereid ablegen, der, wenn auch nicht überall der gleiche, stets darauf ging, nichts ohne Zensur und keine Schmähschrift zu drucken und den Buchdruckerei-Ordnungen gemäss sich zu betragen. Die Rechte der Innungen waren durch die Statuten und Freiheiten in den Artikel-Briefen gesichert. Die Überwachung derselben, die Aufbewahrung der Lade und die Führung der Innungsrechnungen war dem Oberältesten, dem „Ladenvater“, übertragen, der auf dem Generalsitz (Session), welcher jedesmal 14 Tage vor der Messe abgehalten wurde, gewählt ward.
Die Gesellen bildeten ebenfalls unter sich einen Verein, der seine zwei Obergesellen oder Assessoren, einen Drucker und einen Setzer, hatte, die bei den Gesellen ungefähr die Stellung einnahmen, wie der Oberälteste bei den Meistern, und für den Nutzen der Gesellschaft zu sorgen hatten.
Die Gesellen arbeiteten entweder in festem Lohn oder konsensweise, d. h. wurden per Stück bezahlt. Das Engagement galt von Messe zu Messe; 14 Tage vor der Messe wurde der „Anredetag“ abgehalten; wollte der Meister den Gesellen noch ein halbes Jahr behalten, so wurde er „angeredet“, geschah dies nicht, so wusste er, dass er nach 14 Tagen „Feierabend“ hatte. Was der Geselle von Messe zu Messe von seinem Lohn stehen liess, hiess seine Messbesoldung. Wurde er verschrieben, so erhielt er „Laufgeld“. Beim Eintritt musste er „Introitus“ zahlen, war er nicht gut beleumundet, so wurde er von seinen Kollegen zurückgewiesen. Er hatte das Recht den Degen zu tragen.
Der Introitus, die Abgaben der Ausgelernten, „das Titulgeld“, welches der Verleger für den Druck eines roten Titels zahlte, oder sonstiges Trinkgeld wurde jährlich zweimal, zu Fastnacht und zu Martini, verteilt oder vertrunken. Zu Martini gab der Prinzipal einen Schmaus.
Die Deposition.
Der Lehrling wurde, wenn er eine Probezeit von einigen Wochen gut bestanden und durch Zeugen nachgewiesen hatte, dass er in ehrlicher Ehe geboren war, „aufgedungen“. Er hatte 5-6 Jahre zu lernen und den Meister und die Gesellen zu bedienen. Hatte er seine Lehre ehrlich bestanden, so wurde er „Kornut“ oder Hörnerträger und hatte als solcher wöchentlich an die eigentlichen Gesellen eine Abgabe, „nach christlicher Billigkeit“, zu zahlen. Wollte er nun als Geselle losgesprochen sein, so musste er sich dem „Postulat“, oder der Deposition, unterwerfen. Dies geschah unter scenischen Festlichkeiten und in Anwesenheit der Gesellen und Bekannten mit ihren Damen. Erst trat der Prologus auf und hielt eine salbungsvolle Lobrede auf die Kunst. Mit dem unförmlichen, mit Hörnern versehenen Hut aus schwarzem Leder bedeckt[4], wurde nun der Kornut von dem Knecht eingeführt, von letzterem durchgehechelt, geschimpft, geschlagen und mit guten Lehren versehen. Der Kornut lässt sich alles gefallen und verspricht dem Depositor, den Gesellennamen mit Ehren zu führen, die Laster der Jugend und die schlechten Sitten abzulegen, und einen tugendsamen Wandel zu führen. Hierauf erhält er die Konfirmation als Geselle, und die von ihm gewählte „Kranzjungfer“ setzt ihm den Kranz auf. Das ganze Schauspiel wimmelte von Trivialitäten und Roheiten[5]. Der Schmaus bei dem „Postulatvater“, der für gute Speise und guten Trank zu sorgen verpflichtet war, bildete selbstverständlich durchaus nicht eine Nebensache.
meinen.
Von der Zucht und Ordnung in den Druckereien bekommen wir keinen besonders vorteilhaften Begriff, wenn wir die Anordnungen lesen, in welchen den Gehülfen eingeschärft wird, „ihrem Druckherrn gebührliche Ehre und Gehorsam zu erzeigen, ihm nicht widersetzig zu sein, viel weniger mit thatsächlicher Gewalt sich an ihm zu vergreifen“, und sie ermahnt werden: „das Fluchen, Gottlästern, Andere zur Banckhauen zu unterlassen; Abends nicht mit Ungestüm anzuklopfen, jauchzen, geschrey zu tumultuiren, nicht die Wehren zu zucken; das liederliche Feiern, mehrenteils um des unchristlichen Saufens, Schwelgens und Tollisirens willen, sowie das Abhalten heimlicher Conventikula behufs des Aufwiegelns anderer Gesellen, einzustellen“.
d. Buchbindung.
Steigender Ge-
schmack im Ein-
binden.
DIE BUCHBINDERKUNST[6]. Keine andere gewerbliche Technik konnte in dem Masse durch die Buchdruckerkunst beeinflusst werden, als die Buchbinderei. Die Folianten und Quartanten weichen den Oktavbänden und zierlichen Bändchen, infolge dessen auch das Material für den Einband ein leichteres wird. An Stelle der Holzplatten tritt die Pappendecke oder der aus mehreren zusammengeklebten Blättern bestehende Überzug. Die Beschläge fallen nach und nach weg, die Spangen bleiben jedoch noch lange. Die Bereitung des Leders vervollkommnet sich und es wird in allen Farben verwendet. Durch die Filetten wird ein grösserer Reichtum an Mustern möglich. Jetzt kommen namentlich die arabisch-maurischen phantasiereichen Flachornamente zur Geltung, daneben erhalten sich jedoch Ornamente im Sinne der Renaissance aus antiken Motiven entspringend unter Hinzufügung von Figuren-Schmuck. Götter und Helden, Kaiser und Könige, Reformatoren, reiche Wappen, ganze zusammenhängende Figurenbilder dienen als Einbandsschmuck, wobei oft nicht die geringste Rücksicht auf den Inhalt genommen wird. Selbst die namhaftesten Künstler, wie Hans Holbein d. j., Lucas Cranach Vater und Sohn, Virgil Solis, u. a. verschmähten es nicht, ihre Talente der Buchhülle zuzuwenden. Das Interesse des grossen Publikums und die Bücherliebhaberei der Reichen und Grossen unterstützten die Kunst. In vielen Privatbibliotheken war der Einband fast Hauptsache geworden. Manche Liebhaber aus den höchsten Ständen, selbst Könige und Fürsten, übten persönlich das Buchbinden.
Die österreichisch-burgundischen kur- und pfalzbayrischen Herrscher, die protestantisch sächsischen Fürsten Ernestinischer und Albertinischer Linie, hatten schöne Büchersammlungen. Sowohl Kurfürst Friedrich der Weise († 1525) als auch der unglückliche Johann Friedrich der Grossmütige liessen ihre prachtvollen Bibelausgaben und die Werke der Reformatoren für die Universitätsbibliotheken mit prächtigen Einbänden versehen, die noch heute die Zierde der Sammlungen in Jena, Weimar, Leipzig und Dresden sind. Die Hauptwerkstätte war Wittenberg, der bedeutendste Buchbinder dort Theodor Krüger. Seinen Arbeiten schliessen sich die von Kaspar Krafft und die reichen farbigen Lederbände aus den Offizinen der beiden Cranach an. Auch der gelehrte Herzog Georg der Bärtige († 1539) und sein Bruder Heinrich der Fromme († 1541) hatten dieses Interesse für die Kunst.
Einbände.
Unter den Förderern ist ferner der Kurfürst August von Sachsen (1526 bis 1586) zu erwähnen. Im Jahre 1555 legte er den Grund zu der jetzigen königlichen Bibliothek in Dresden und umfasste diese Anstalt mit grosser Liebe. Er berief die Buchbinder Georg Krause und Kaspar Meuser als Hofbuchbinder, und sandte sie auf Reisen, dass sie Bücher ankauften. Um den Betrieb besser unter Augen zu haben, errichtete er ihnen im Schlosse eine Werkstätte und beteiligte sich selbst eifrig bei den Arbeiten. Die Ornamentierung war eine mannigfaltige und die Goldpressung prächtig. Bemerkenswert sind die, zumteil unübertroffenen, gemalten Bände, die sich bis zu Ende des xvii. Jahrh. hielten. Besondere Sorgfalt wurde dem Schnitt zugewendet. Auf dem Goldschnitt schlug man mittels Punzen eine Zeichnung ein und malte die Zwischenflächen aus. Interessant ist auch die Technik, den ein wenig verschobenen Schnitt zu bemalen, und dann nachträglich den scharf zusammengepressten Schnitt zu vergolden. Wird nun ein so gebundenes Buch aufgeschlagen, und dadurch der Schnitt wieder verschoben, so tritt die Untermalung in matten Farben hervor. Man hat diese Art von Arbeit in neuester Zeit mit Glück wieder aufgenommen. Sehr praktisch sind die Bände der kurfürstlichen Reisebibliothek. Damit sie nicht zu sehr ins Gewicht fielen, wurden sie in feines Pergament ohne Pappenunterlagen gebunden.
Etwas zurück gegen die früheren stehen die unter den Kurfürsten Christian i. und ii. von Christoph Weidlich, Matthias Hauffe, Bastian Elert und Kaspar Krafft gelieferten Arbeiten. Man wandte sich damals wieder der Technik der durchbrochenen Metallarbeiten mit unterlegtem Sammet zu, in der Hans Reichardt in Leipzig Meister war. Noch mancher tüchtige Buchbinder dieser Zeit aus dem Süden und Westen wäre zu nennen.
Die schweren Jahre brachten bald die Periode des Verfalls. Der Lederband tritt zurück, die technische Behandlung wird vernachlässigt und das Pergament meist glatt behandelt. Die glänzenden Schweinslederbände der Holländer, die sogenannten Horneinbände, und die lange in Holland in Gebrauch bleibenden Kartonnagen mit Rücken von rotem Schafsleder und Pappendeckel, mit marmoriertem oder gefedertem Papier überzogen, treten in den Vordergrund.
Buchhandels.
DER BUCHHANDEL UND DIE BÜCHER-PRODUKTION[7]. Nach dem Ablauf des ersten Viertels des xvi. Jahrhunderts trat mit dem Buchhandel eine Wandlung ein, indem er sich von den Jahrmärkten emanzipierte und eine respektable Stellung einnahm. Viele der grösseren Buchdruckereien verwandelten sich in Buchhandlungen. Die grosse Masse der Buchdrucker geriet dagegen in Abhängigkeit von den Verlegern. Die Buchhandlungen bemühten sich, als abgeschlossene Geschäftskorporationen von den Regierungen anerkannt zu werden und Privilegien zu erlangen, ohne zu bedenken, wie sehr sie damit den Regierungen eine Handhabe zu ihrer Beaufsichtigung und der leichteren Durchführung der Zensur-Massregeln gewährten. Überwachungs-Kommissionen wurden ernannt und die Buchhändler verpflichtet, nichts regierungsfeindliches zu drucken. Die Zensur wurde streng, und, was noch schlimmer war, launenhaft geübt; im Norden im allgemeinen etwas freisinniger, als im Süden.
formation.
Den Impuls zu einem grösseren Bücherbetrieb hatten zuerst Luthers Schriften gegeben; selbst seine Feinde mussten einräumen, dass seine Bücher fast in jeder Bauernhütte zu finden waren. Zwar verlor sich das religiöse Lesebedürfnis nach und nach, aber die einmal geweckte Leselust blieb. Die schönwissenschaftliche Litteratur verschaffte den Buchdruckereien viele Arbeiten und gewährte dem Buchhandel ein neues Feld für seine Thätigkeit. Namentlich war es die fremde Litteratur, der das Publikum von Beginn ab seine Neigung zuwendete. Boccaccio, Äneas Sylvius und der Amadis von Gallien blieben die erklärten Lieblinge.
Litteratur.
Erst im Laufe des xvii. Jahrh. hebt sich die deutsche Litteratur und erweckt eine grössere Teilnahme, trotz der ungeheuerlichen Romane, Erzählungen von Naturereignissen, Missgeburten, Unglücken; je scheusslicher, je besser. Die Verarbeitung dieser Stoffe geschah namentlich in Augsburg und Nürnberg. Hier, sowie auch in Frankfurt am M., erschienen zuerst „die neuen Zeitungen“[8], die sich aus Flugblättern nach und nach in regelmässig erscheinende Zeitungen umwandelten, damit aber auch mehr und mehr dem Buchhandel entzogen wurden, um in die Hände der Postanstalten überzugehen, namentlich war die Thurn und Taxissche Post bemüht, den ganzen Zeitungs-Verlag ihres Bezirks in die Hände zu bekommen. Hingegen erhielten die, gegen Ende des xvii. Jahrh. entstandenen wissenschaftlichen Journale eine besondere, immer wachsende Wichtigkeit für den Buchhandel. Auch der Kalender-Vertrieb erlangte grössere Bedeutung. Einige waren ausserordentlich verbreitet, wie die, von Leonh. Thurneysser in Berlin 1572-1585 herausgegebenen (vergl. S. 152). Angeblich um die Richtigkeit der Kalender zu überwachen, wurden sie von den Regierungen mit Stempel versehen und öfters zum Gegenstand eines Monopols gemacht, welches man verpachtete.
die Reisewerke.
Auch ernsthaftere Lektüre bricht sich Bahn, namentlich Übersetzungen der griechischen und lateinischen Klassiker, gewöhnlich mit Holzschnitten, später mit Kupferstichen illustriert. In diesem Verlag zeichneten sich namentlich Augsburg, Strassburg und Frankfurt a. M. aus. Chroniken und Länderbeschreibungen, Originale und Übertragungen, denen ebenfalls durch Illustrationen Reiz verliehen wurde, lieferten namentlich Sigismund Feyerabend, Theod. und Joh. Th. de Bry sowie die Matth. Merian in Frankfurt (s. S. 130); besonders bekannt waren die Gottfriedsche Chronik mit ihren Fortsetzungen, das Theatrum mundi, die Zeilerschen Topographien mit ihren unzähligen Kupferstichen und Plänen. Eine Menge grosser Reisewerke, durchgehends reich illustriert, erschienen bei L. Hulsius und später bei seiner Witwe in Nürnberg.
des Vertriebs.
Wennauch die Buchhändler selbst durch die Messen die neuen Bücher kennen lernten, so blieb immer noch die Schwierigkeit des Bekanntmachens derselben für das Publikum. Französische und englische Buchhändler hatten schon früher Verlagsverzeichnisse gedruckt, deutsche Buchhändler fingen jedoch mit solchen erst in der letzten Hälfte des xvi. Jahrh. an. Wenn die Gelehrten nicht durch ihre Korrespondenz zufällig von dem Erscheinen eines Buches Kenntnis erhielten, so waren sie ganz von ihrem Buchhändler abhängig. Hatten sie mit ihrem Auftrag eine Messe versäumt, so musste in der Regel die nächste Messe abgewartet werden.
Dies wurde wesentlich anders, als der Augsburger Buchhändler Georg Willer 1564 den „Messkatalog“ ins Leben rief. Derselbe erschien jährlich zweimal. 1592 hört der Katalog unter Willers Firma auf. Im Jahre 1598 nahm die Stadt Frankfurt die Sache selbst in die Hand, und der Messkatalog erschien nun bis 1615, bei Peter Kopff in Frankfurt: cum permissu superiorum. Mit den Messkatalogen trat ein Umschwung im Buchhandel ein. Die Buchhändler waren genötigt, ihre Erwerbungen regelmässig auf den Messen zu machen und ein Lager des Neuesten zu halten.
Für die Verleger war es natürlich von grösster Wichtigkeit, dass die Neuigkeiten vor der Messe fertig vorlagen. Von den Besuchern waren die Holländer, Belgier, sowie die Pariser und Lyoner Buchhändler die wichtigsten. Das Hauptgeschäft beruhte auf Tausch, der sich schon im xv. Jahrh. ausgebildet hatte. Wennauch anfänglich den Verhältnissen angepasst, hatte dieses System doch später auch seine grossen Inkonvenienzen, da Produktion und Konsumtion der einzelnen Länder und Städte und Firmen nicht immer sich die Wage halten konnten. Dies verursachte eine teilweise Überproduktion in mittelmässigen oder schlechten Büchern, um doch Tauschobjekte zur Messe mitbringen zu können. Die grossen verlegenden Buchdruckereien, die nicht Sortimentshandel trieben, konnten überhaupt nicht tauschen und so bildete sich teilweise ein reiner Handel gegen Geld, der sogenannte Nettohandel, aus.
furter Messe.
Aufblühen Leip-
zigs.
Das erste grosse Sortimentslager gründete der Frankfurter Buchhändler Paul Brachfeldt, in den letzten Jahren des xvi. Jahrh. Ausländische Verleger, wie die Elzeviere, hielten in Frankfurt Lager. Hierdurch gestaltete sich neben dem Messhandel ein regelmässiger Verkehr der Sortimentshandlungen mit Frankfurt, doch gestattete die Zerrüttung der Verhältnisse kein rasches Emporblühen, wozu die Massnahmen der kaiserl. Regierung das ihrige beitrugen. Auch die Frankfurter Behörden hatten dieser in die Hände gearbeitet, als sie dem Kaiser Maximilian ii. vorschlugen, er möge selbst Beamte senden, um die Überwachung des Buchhandels, welche der Rat abgelehnt hatte, zu besorgen. Die Massregel war jedoch erst unter dem Kaiser Rudolph ii., 1579, zur Ausführung gekommen. Seit dem Jahre 1629 verfuhr die kaiserl. Bücherkommission vollständig souverän und der Rat machte nur ab und zu einen vergeblichen Versuch, den Einfluss derselben zu mindern. Darunter litt begreiflicherweise die Frankfurter Messe ausserordentlich, während das aufblühende Leipzig den Vorteil davon hatte. Doch wirkten noch andere Gründe gegen Frankfurt. Je mehr die lateinische Sprache als Gelehrtensprache durch die deutsche verdrängt wurde, um so mehr schmälerte sich der Absatz der deutschen Bücher im Auslande. Die fremden Buchhändler blieben deshalb nach und nach aus, namentlich weil auch der Absatz ihrer Artikel durch die Übersetzungssucht der deutschen Verleger geringer wurde. Der Verkehr mit Italien war schon um 1570 durch den Index librorum prohibitorum et expurgendorum des Papstes Pius iv. so gut wie vernichtet. Mit den spanischen Niederlanden verfiel der buchhändlerische Verkehr nach den Ordonnanzen Philipps ii. Am längsten hielt sich noch die Verbindung mit Holland, jedoch bot letzteres bloss Bücher dar und nahm keine, wodurch der Handel erschwert wurde, besonders da Holland zumteil seinem klassischen Verlag untreu wurde, und sich den französischen Artikeln und dem Nachdruck zuwandte. Wie Leipzigs Übergewicht um das Jahr 1650 eine vollendete Thatsache wurde, ist bereits berichtet (S. 149). Ohne die Reformation und ihren segensreichen Einfluss auf die Pflege der Wissenschaft, würde es doch Leipzig kaum gelungen sein, seine Suprematie zu erlangen. Die Gründung der Universitäten Wittenberg, Frankfurt a. d. O., später Königsberg; die Kunstliebe der sächsischen und brandenburgischen Kurfürsten und ihr Interesse für die Wissenschaften hatten einen mächtigen Einfluss geübt, und im Norden ein bis jetzt brachgelegenes Terrain dem Buchhandel, sowohl hinsichtlich der Produktion als der Konsumtion, gewonnen[9].
Neben Leipzig und Frankfurt a. M. entstanden auch andere Kommissionsplätze mit beschränkteren Geschäftskreisen, darunter namentlich Augsburg, das ein Mittelpunkt des katholischen Verlags wurde, und Nürnberg. Auch in Strassburg zeigte sich zu Beginn des xvii. Jahrhunderts ein weiter gehender Verkehr.
hältnisse.
Die Honorare.
Die Zensur.
Die Autorenverhältnisse boten nicht viel erfreuliches. Bei der Ungunst, in welcher die deutsche Litteratur stand, sahen sich viele Autoren genötigt, ihre Werke auf eigene Kosten drucken zu lassen. Wer keine bedeutende litterarische Bekanntschaften oder einflussreiche Verbindungen hatte, war übel daran und der Willkür der Buchhändler anheim gegeben. Diese suchten durch lockende Titel, in Kupfer gestochene Titelblätter und in den Text gedruckte Vignetten die Kauflust zu reizen, die eigentliche Ausstattung jedoch wurde immer schlechter und die Inkorrektheit ging oft über alle Grenzen. Die Honorare waren sehr klein, oft nicht so hoch wie Schreiberlöhne. Manchmal wurde durch Freiexemplare gezahlt. Als Ausgleich musste die „Dedikation“ an einen vornehmen oder reichen Mann dienen, der seine Dankbarkeit für die erwiesene Ehre klingend zu zeigen imstande war, bis auch dieses Mittel in Misskredit kam. Zu den schlechten Verhältnissen trugen der Nachdruck und die sowohl strenge als willkürliche Zensur noch das ihrige bei. Letztere wurde von Lutheranern, Calvinisten und Katholiken, je nach ihrer Konvenienz, zur Unterdrückung der Schriften der Gegner benutzt und bei der engen Verknüpfung der geistlichen mit den politischen Wirren bald auf das weltliche Gebiet übergeführt. Manchmal beruhte die Unterwerfung unter die Zensur auf vorheriges Abkommen mit den einzelnen Buchdruckern, bis sie mit dem Anfang des xviii. Jahrh. vollständig organisiert war.
Buchhandel.
Da der Betrieb des Buchhandels jedem freistand, so war es natürlich, dass manche, die nicht den genügenden Grad von Bildung besassen, besonders zu dem Sortimentshandel sich drängten, namentlich solche, die schon mit dem Buchhandel in Berührung standen, z. B. Papier- und Pergamentmacher, Buchbinder u. s. w. Bei den ersteren mag wohl der Eintritt in den Buchhandel öfters ein unfreiwilliger gewesen sein, wenn sie statt Barzahlung Bücher annehmen mussten. Am wichtigsten war die Beteiligung der Buchbinder. Je mehr sich der Sortimentshandel organisierte, je mehr fiel der Kleinhandel, namentlich auf den Jahrmärkten, den Buchbindern zu. Auf der andern Seite schmälerten Reisende den Markt. In dem Grade wie die Bildung und die deutsche Litteratur sich verbreiteten, stieg der Zudrang zum Buchhandel und damit die Unsolidität.
Buchhandel.
Grossen Nachteil brachte ferner die Masse der Bücherauktionen. Aus allen Winkeln wurden Bücher zusammengetrieben, gebundene und rohe, komplette und defekte. Die Käufer wurden geprellt und gegen die Buchhändler unwillig gemacht, die ihre Lager in jeder Weise räumten, um Geld zu machen. An Stelle der Auktionen traten später die Bücherlotterien, die sich bis in die Mitte des xix. Jahrh. erhielten. Nicht allein Sortimentslager, sondern ganze Verlagsgeschäfte wurden in dieser Weise versilbert und das Publikum betrogen. Ebenfalls ein arger Missbrauch war das, wennauch in seinen Anfängen nicht verwerfliche, Pränumerationswesen, indem die Versprechungen gewöhnlich nur mangelhaft oder gar nicht gehalten wurden.
Verlags vom
Sortiment.
Die Trennung des Verlags vom Sortiment wurde immer üblicher. Die Zahl der Verleger wurde durch Buchdrucker vermehrt, die öfters durch die ungünstigen Arbeitsverhältnisse zum Verlegen gedrängt wurden, um das Personal in Zeiten zu beschäftigen, wo die Aufträge der Verleger fehlten.
Hierdurch hörte das Tauschgeschäft ganz auf. Um die Artikel an den Mann zu bringen, sah man sich genötigt die Neuigkeiten „in Kommission“ zu versenden. In dem letzten Viertel des xviii. Jahrhunderts war dies Geschäft vollständig organisiert und führte wieder zur Errichtung der Kommissionslager und der Gross-Sortimentslager in Leipzig. Viele Sortimentshändler zogen es vor, ihren Bedarf von den grossen Leipziger Kommissionären zu beziehen, statt mit den vielen Verlegern in Verbindung zu stehen.
Nachdruck.
Durch diese Änderungen, verbunden mit der Verschlechterung des Münzfusses, traten erhöhte Ladenpreise ein, wodurch wieder der Nachdruck gefördert wurde, namentlich waren es der Süden von Deutschland und Österreich, welche den Nachdruck gewerbsmässig betrieben. Die kaiserliche Regierung leistete demselben in den Erblanden Vorschub, indem sie in diesen die erteilten kaiserlich deutschen Privilegien nicht respektierte, ein Beispiel, das gar zu willig bei anderen deutschen Fürsten Nachfolge fand. Da der Verkehr auf der Messe den Nachdruckern so gut wie verschlossen war, so nahmen sie ihre Zuflucht zu dem Colportagehandel und zogen auch Buchbinder, Landgeistliche, Schullehrer in ihr Interesse durch Gewährung von grossen Rabatten. Die Verleger rechtmässig erworbener Schriften folgten dem gegebenen Beispiel.