Heimat
Es war am Morgen und noch grau um und um, als Jungfer Christiane Kies am Klang ihrer eigenen Stimme zu sich kam, die Augen rieb und verdutzt um sich sah, daß sie nicht draußen auf dem See, daß sie vielmehr in ihrem Bett und Stübchen sich befand, und daß ihre Antwort nicht an ihr Gegenüber im Fährboot, nicht einmal in den frischen Morgenwind, den sie soeben noch gespürt hatte, sondern nur an die grüne Wand ihrer Schlafkammer geredet war.
Sie sah den Haussegen über sich an der Wand hängen, wie von Alters her, hörte draußen in der Dachrinne eine Amsel den ersten Schlag tun und den Botenfuhrmann vor dem Nachbarhaus seine Gäule anschirren und sagte: »Es hat mir geträumt, so deutlich, man könnte es mit Pelzhandschuhen greifen.«
Darauf tat sie noch einmal die Augen zu und ließ den Traum an sich vorübergehen, damit er ihr nicht insgeheim entschwinde auf einer Morgenwolke, solange sie etwa unversehens noch einen Nachschlaf tue.
Das war ihr, da sie es stark mit dem Träumen hatte, schon hie und da geschehen. Sie hatte aber alle Ursache, das Bild zu bewahren, das aus den Schatten heraus zu ihr getreten war.
Denn sie hatte ja wahrhaftig den lieben Gott bei sich im Fährboot gehabt und ihn ein Stück weit gerudert.
Zwar, wie er eingestiegen war, das wußte sie nicht mehr, da die Träume meistens keinen Anfang haben.
Kurzum, sie sah sich im Nachen auf der Höhe des Sees, da, wo schon die Berge vom andern Ufer herüberleuchten, und sah ohne große Verwunderung einen schönen alten Herrn sich gegenüber sitzen auf der Bank, der ihr mit freundlichen Augen zusah, wie sie rüstig die Ruder regte.
Er kam ihr bekannt vor.
Zwar wußte sie nicht recht, sah er mehr dem alten Kaiser Wilhelm gleich, den sie freilich nur im Bilde kannte, oder mehr dem Medizinalrat, der ihre Mutter einst behandelt hatte. Vielleicht war von beiden etwas an ihm.
»Alleweil fleißig?« fragte er.
»Passiert,« sagte sie. »Es ist bis jetzt noch ruhig am See. Luftkurgäste sind schier noch keine da. Kann sein, sie kommen heuer überhaupt nicht. Es wird ihnen nicht so arg ums Verreisen sein.«
»So so,« sagte der alte Herr, »und was schaffst du alsdann den ganzen Tag?«
Da spürte sie wieder den Druck, den sie schon aus dem Wachen mit in den Schlaf herein genommen hatte.
»Ach,« sagte sie, »da sitz’ ich an der Badanstalt und stricke Socken. Immer Socken fürs Militär. Kann sein, es kommt jemand zum Baden, kann sein, es will jemand nach Lindau hinüber gerudert sein. Man muß halt da sein. Die Männer sind im Krieg. Verzeih’ mir’s Gott, ich denk’ oft, die haben’s gut, daß sie was Rechtes zu schaffen haben in so einer schweren Zeit. Ich denk’ oft, ich sei grad für gar nichts da.«
»So hat gestern auch ein Landstürmer zu mir gesagt, der seit sechs Wochen Bahnwache hat,« sagte der alte Herr sehr ernst. »Es muß ein jedes an seinem Platz stehen, sonst kann ich euch nicht siegen lassen. Aber ich weiß wohl, du denkst halt, du möchtest etwas verrichten, was grad bloß du tun kannst, die Christiane Kies, wie sie ist mit ihrem ganzen Gemüt.«
Da sagte sie:
»Der Herr siehet das Herz an; grad so ist’s bei mir, Majestät, oder wie muß ich sagen?«
Der Fährgast lächelte groß und gut.
»Sag’ nur du zu mir. Alle Welt sagt du zu mir.«
Da merkte sie auf einmal, daß sie den lieben Gott bei sich im Nachen hatte, und ein solches Staunen und eine solche Ehrfurcht ergriff sie, daß sie die Ruder fallen ließ mitten im heftigsten Fahren und anfing zu beten. Aber kaum hatte sie angefangen, so erwachte sie und hörte sich noch sagen: »Ach du Herr und Gott, in die ewige Sockenstrickerei kann ich mein Herz nicht hineinlegen.«
Als Jungfer Christiane ihren Traum so weit überdacht hatte, was bald geschehen war, da er kurz und ohne Verwicklung geraten war, spann sie den Faden, dessen Anfang dort hinein ging, aus ihrem Herzen heraus weiter.
Wenn sie nicht des Glaubens gewesen wäre, daß der Herr so wie so das Herz ansehe, es hätte sie reuen können, daß die Fahrt gar so kurz und das Gespräch abgebrochen war, ehe sie recht nach der Schnur alles hatte sagen können, was auf ihr lag. Denn sie machte viel mit sich durch die Zeit daher, es hätte ihr gut getan, es einmal herauszureden.
»Er wird jetzt sein Teil über mich denken, daß ich so herausgeschwätzt habe,« dachte sie bei sich selbst.
»Wenn eins auch vorbereitet wäre, man könnte sich die Sache besser überlegen.
Ich hätte sagen können, daß es mir schwer fällt, daß ich kein Eigenes im Krieg habe. Daß niemand ist, um den ich Sorgen und Angst haben und auf den ich stolz sein kann.
Oder auch hätte ich sagen können, was ich die Zeit daher immer denke, wenn ich am See draußen sitze: ich sehe einen großen Strom vor mir, der ist aus lauter Herzblut zusammengesetzt. Die einen werfen sich selber hinein, ihr Leben oder ihren gesunden Leib, und viel, viel Mühe und Last, die sie tragen in Hitze und Frost, in Hunger und Durst und Wachen und Feuer und Getöse. Und die anderen geben ihre Liebsten her, ihre Männer und Brüder und Söhne, die wissen sie immer in Gefahr und Not bei Tag und Nacht. Wenn die Sonne scheint und wenn es regnet und stürmt, dann horchen sie hinaus ins Feld, wie es auch draußen sei; und wenn es läutet auf den Türmen, weil ein Sieg gemeldet ist, so greifen sie zuerst nach ihren Herzen, da fährt ein Schwert hindurch: ob die Unsern dabei gewesen sind? und ob sie noch leben?
Und wenn einer das Eiserne Kreuz hat oder hat sich sonst tapfer gehalten, so gehen die Seinen aufrecht einher und sind froh und stolz.
Und wenn eine Todesnachricht kommt, daß einer gefallen sei, so weinen sie auch stolz, und frömmer und aufrechter ist noch nie ein Leid getragen worden.
Das alles, ihre Liebe und ihre Angst und Freude und ihre traurigen Schmerzen werfen sie alles auch in den Strom und jedes ist eine Welle darin von lauter Herzblut.
Und auf dem Strom kommt dann schließlich und endlich das große Schiff gefahren, das den Sieg und den Frieden bringt.
Aber ich stehe nebendraußen und habe nichts hineinzuwerfen. Das kränkt mich im Herzen, je länger es dauert, desto mehr.
Dann, wenn mich der liebe Gott gefragt hätte: ja hast du denn gar nichts, was du hineinwerfen kannst, daß es zu Herzblut wird? Dann hätt’ ich sagen müssen: also ich will dir grad alles herlegen vor Augen, dann kannst du’s selber sagen.
Ich schicke öfters einmal Feldpostpäckchen an Bekannte. Viele von ihnen habe ich schon als Kinder gekannt. Die Kinder kommen gern zu mir an die Schifflände, weil ich ihnen Geschichten erzähle. Wir sind gut Freund miteinander.
Auch stricke ich immer Soldatensocken. Was ganz arme Leut sind, von denen nehme ich nichts dafür. Die Birnen von meinem Baum habe ich ferndig gedörrt und ans Rote Kreuz geschickt, heuer trägt er nicht viel. In die Kriegsbetstunde geh’ ich auch alle Mittwoch, da singe und bete ich andächtig mit. Zweihundert Mark Kriegsanleihe habe ich auch genommen. Aber das ist doch alles nichts. Ich möchte gern etwas tun ganz aus meinem Herzen heraus und wenn es auch nur ein einziges rotes Tröpflein gäbe.«
Dann hätte der liebe Gott vielleicht gesagt. »Ja, muß es denn aber grad ein Soldat sein, dem du das tun willst aus deinem Herzen heraus?«
Und dann hätt’ ich in Gott’snamen mein Herz in zwei Hände genommen und hätt’ gesagt: »Ja, Herr und Gott, weil du doch einmal fragst, es muß grad ein Soldat sein. So ist mir’s, ich mach’ mich nicht anders.«
Als Jungfer Christiane so weit gekommen war, klopfte es sachte an ihrer Herzenstür an, und als sie aufmachte, stand ein Büblein davor, das sie mit Freuden hereinließ. Sie kannte es schon von Mutterleibe an, es war eines Lehrers Sohn und ihr nächstes Nachbarskind gewesen. Seine Mutter war gestorben, als er sich von ihr hinweg die Tür in diese Welt herein suchte. Eine Ahne hatte ihn aufgezogen, die war alt und müd von Arbeit und Kummer gewesen und hatte nicht viel Kinderfreude mehr fassen und austeilen können. Aber das Büblein war sonnenhungrig gewesen und war aus seines Vaters Haustür gegangen, um einzufangen, so viel sein Herzlein brauchte. Da war er auf Jungfer Christiane gestoßen, die hatte damals noch eine Freude am Zeithaben und ein warmes, geruhiges Herz, kein brennendes. Grad so eins, wie ein Kind es braucht. Und es war eine Freundschaft entstanden: es gibt irgendwo ein schönes Bilderbuch, da guckt eine dicke, runde, strahlende Frau Sonne über einen Gartenzaun, und in dem Garten steht eine Sonnenblume und lacht ihr grad ins Gesicht und sieht ihr so sonnenähnlich, grad als ob sie ihr Junges wäre. So war die Freundschaft. Jungfer Christiane hatte immer einen Schwanz von Kindern an sich hängen, aber das waren so Kinder, die kamen und gingen, eine Geschichte und eine Birne holten, und im übrigen mit einem kurzen Bändel am Herzen ihrer Mütter angebunden waren. Die Mütter durften nur einen kleinen Zuck an dem Bändel tun, so sprangen sie ihnen zu, von allem weg und auch von der Jungfer Christiane weg, da war gar nichts zu wollen, und das mußte auch so sein. Aber so war es mit dem Lehrersbüblein nicht. Sein Vater meldete sich vom See weg, denn er war ihm zu traurig geworden, und das Büblein ließ er vorderhand da; eigentlich ließ er es der Jungfer Christiane. Das war nicht die Meinung, aber es machte sich so, da kam es auf die Meinung nicht an.
Sie pflanzten miteinander Frühjahrs- und Sommer- und Herbstblumen auf das Muttergrab und auf noch ein paar andere Gräber, die der Jungfer Christiane am Herzen lagen. Die hießen sie ihre Gärtlein. Da war ein Muttergärtlein, das blühte den ganzen Sommer lang von Herzensgrund wie ein lebendiges Mutterherz; und ein Herkules-Davidsgärtlein, das gehörte einem alten Pfarrer. Von dem wußte Jungfer Christiane viel zu erzählen, denn er war blind geworden und hatte als blind immer noch gepredigt und sein Hund hatte ihn herumgeführt. In diesem Gärtlein blühte Immergrün, das war ganz wie ein Teppich darüber hingezogen, und ein paar weiße Lilienstengel wuchsen dazwischen heraus. Und da war noch ein Urschelesgärtlein, das gehörte einem ganz kleinen, schneeweißen Engelein, das war bloß ein einziges Jahr auf der Welt geblieben und dann wieder fortgeflogen. Es bekam in jedem Frühling ein Teppichlein von Vergißmeinnicht und Tausendschönchen, und in der Mitte saß ein Busch mit fliegenden Herzen, die man Kinderherzen nennt. Und das mußte alles so sein, wie es war, und alles hatte seinen guten Grund, warum es so sein mußte. Den wußten sie miteinander. Das heißt, Jungfer Christiane wußte ihn und sie erzählte alles, was drum und dran war, ihrem Büblein. Wenn sie an schönen Sommerabenden ihre Gärtlein begossen hatten, so saßen sie wohl noch eine Weile ins Dunkelwerden hinein auf der Kirchhofsmauer. Die war hoch und fest und hatte breite Öffnungen wie Fenster gegen den See hinaus. Darin saßen sie und hörten, wie das Wasser leise gegen das Ufer hergezogen kam und wie die Wellchen mit dem losen Kies spielten. Und sahen, wie die Sonne tief und tiefer sank und das Wasser vergoldete. Eine lange, schimmernde Bahn zog sie darüber hin, darauf hätte man in den purpurgoldenen Himmel hineinschreiten können, wenn man ganz, ganz leichte Füße gehabt hätte. Ein Schifflein schwamm vielleicht weit draußen und fuhr über die goldene Bahn hinüber. Ein Dampfschiff kam gefahren und viele Menschen waren drauf, die fuhren alle irgendwohin, heim etwa, aber wo war ihr Heim? Da gab es viel zu berichten. Das Büblein hörte gläubig zu und zweifelte nie und war ihm alles Wahrheit und lebendiges Leben. Und jenseitige Ufer glänzten herüber. Wenn es dunkel wurde auf der Welt, brannten tausend Lichter in die Nacht hinein. Dann fing irgendwo eine Glocke an zu läuten über den See hin und rief eine andere an, die gab ihr Antwort. Eine um die andere kam und auch die in dem Kirchlein, das in dem schönen Totengarten stand, sang ein frommes Lied in den Abend hinein. Da sangen die beiden Freunde auch eins, eh’ sie heimgingen. Sie hatten aber ein Lieblingslied, das sangen sie Sommer wie Winter am öftesten, obgleich es ein Sommerlied war und ganz in die helle Sonne gehörte und auch aus ihr heraus entstanden war. Das war das Lied: Geh aus, mein Herz, und suche Freud’. Das liebten sie sehr. Sie sangen aber nur die Verse, die zum Sommer gehörten und ihn vor Augen malten, denn für die andern war das Büblein noch zu klein. Jungfer Christiane hatte eine tiefe und etwas rauhe Stimme, schier wie eine Männerstimme. Damit wurde sie viel geneckt, daß sie einen veritablen Baß habe. Aber ihrem Büblein kam ihr Singen schön vor und ihr Erzählen auch.
Ja, aber wo war es jetzt? und warum mußte es bei Nacht und aus weiter Ferne her an ihr Herz treten und anklopfen?
Darüber ist nur zu sagen, daß Jungfer Christiane das mit dem Anklopfen geträumt haben muß, denn es saß bei Tag und Nacht, Sommers und Winters darin, doch aber in einer verschlossenen Kammer, denn es brauchte keinen freien Aus- und Eingang, da es nur eine schöne und liebe Erinnerung war seit langem.
Es lebte irgendwo auf der Welt, in Sachsen, wenn man es hier am See recht wußte, und war ein junger Mann, wahrscheinlich schon ein beinah’ ausstudierter, und war wohl auch im Krieg. Da wußte man dann freilich auch nicht, ob es noch lebte, das Büblein nämlich von ehedem.
Eines Tages, es war schon ein fleißiger Schüler gewesen, wurde im Kirchhof ein neues Gärtlein angelegt, das gehörte der Ahne. Aber Jungfer Christiane mußte es allein pflegen. Denn ehe noch die frischen Kränze auf dem Hügel welk waren, fuhr ihr Büblein mit seinem Vater auf dem Dampfschiff davon, denn es mußte jetzt eine rechte Erziehung bekommen von Männerhand, es war höchste Zeit dazu. Es kam dann in verschiedenen Männerhänden herum, denn der Vater starb auch bald. Man wußte etwas von einem reichen Vetter in Sachsen, der es geholt hatte. Dann waren noch ein paar Spuren da: Ansichtskarten von Ferienreisen, die waren auch schon alt. Das letzte war ein Gruß, den hatte ein Reisender gebracht, der war mit dem jungen Studenten irgendwo, in Leipzig glaub’ ich, auf eine merkwürdige Weise zusammengetroffen vor ein paar Jahren. Dem hatte er gesagt: ich muß wieder einmal an den See. Sobald ich frei bin, komme ich. Aber er war nie gekommen.
Als Jungfer Christiane am andern Morgen erwachte, beschloß sie, keiner Menschenseele, auch ihren Hausleuten nicht, ein Wort von ihrem Nachterleben mitzuteilen. Denn sie hätte jetzt nicht mehr schwören können, was Traum und was Wachen gewesen war, es war ihr untereinander gekommen wie Samen aus aufgegangenem Säcklein. Bloß den ersten Anfang hatte sie beizeiten auf die Seite getan und der war ihrer Meinung nach nichts zum Erzählen.
Sie hatte einen guten Grund zur Vorsicht in diesen Dingen, denn sie stand im Verdacht, daß sie hie und da aus eigenem dazutut, wenn sie eine Sache wiedererzähle. Es werde unversehens eine Geschichte daraus. Er sei ihr angeboren, ihre Großmutter habe es auch so gehabt, die habe es aus dem Ärmel schütteln können. Es war schon lange ein Wort für sie geprägt, das sie durch die Welt schleppen mußte. Das riefen ihr die Alten und manchmal sogar die Kinder entgegen, wenn sie sich verstieg, etwa ein verblaßtes Träumlein ein bißchen aufzufärben oder dergleichen. »G’schichtleslügere,« riefen sie dann lachend und freuten sich sehr, daß sie alles viel deutlicher und fadengerader wußten.
Das war, behüte Gott, nicht bös gemeint. Im Gegenteil, es lag ein bißchen gutmütige Neckerei darin und ein bißchen Staunen: wie bringt sie jetzt das auch alles zusammen? und eine Aufforderung: »Sag’s nur, sag’ dein Sach’, man braucht’s ja nicht zu glauben.«
Aber das war dennoch alles der Jungfer nicht recht. Denn sie träumte und erlebte, fühlte und dachte so manche Dinge, die ihr ganz unzweifelhaft und gewißlich wahr erschienen, und die sie nicht verspottet wissen wollte, auch nicht im Guten, gar und überhaupt nicht. »Wenn nur ich weiß, was ich weiß,« dachte sie manchmal stolz für sich, wenn ihr ein Absonderliches niemand von Grund aus glauben wollte. Aber als sie sich das Stillschweigen vornahm an diesem Morgen, spürte sie schon halb und halb, daß doch nichts daraus werde.
Es brauchte nur jemand zu fragen: »Gut geschlafen, Jungfer Nane?« oder so, dann sah man es ihr schon auf hundert Schritte an, daß etwas mit ihr umging. Denn sie hatte ein Gesicht wie ein Spiegel, sie konnte nichts verstecken.
Zweitens aber beschloß sie, und das konnte eher etwas werden, nicht zu rasten, bis sie die Adresse von ihrem Büblein habe, und wenn sie sie habe, und es sei richtig im Feld, ihm ein Paar selbstgestrickte Socken zu schicken. Denn es möge ein Mensch reich sein oder nicht, so brauchte er Socken, und es sei dann noch die Frage, ob man auf allen gleich gut laufe, auf gekauften wie auf selbergestrickten mit allen Segenswünschen drin. Überhaupt sei jetzt eine andere Zeit als vordem. Man trete wieder näher zusammen, wie die Berge bei einem Gewitter und – Zeit hin, Zeit her – ihr Büblein und sie seien noch lang nicht die Entferntesten.