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Hernach

Chapter 29: Messerschleifen
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About This Book

A sequence of short, illustrated comic poems and vignettes presenting everyday scenes and small absurdities. Concise, often rhymed verses accompany simple drawings to satirize human foibles, petty local politics, and the antics of animals that mirror human behavior. Recurring motifs include domestic mishaps, rural pastimes, and ironic reversals that produce wry punchlines or moral twists. The pieces are self-contained, varied in tone from playful to mildly mordant, and designed to amuse with economy of language and image rather than to form a continuous narrative.

The Project Gutenberg eBook of Hernach

This ebook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this ebook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook.

Title: Hernach

Author: Wilhelm Busch

Editor: Otto Nöldeke

Release date: June 22, 2017 [eBook #54960]
Most recently updated: October 23, 2024

Language: German

Credits: E-text prepared by Delphine Lettau, Paul Dring, and the DP Canada On-line Proofreading Team (http://www.pgdpcanada.net/)

*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK HERNACH ***

The Project Gutenberg eBook, Hernach, by Wilhelm Busch, Edited by Otto Nöldeke

 

 


 

 

 


 

Hernach

von

Wilhelm Busch

31. bis 35. Tausend
München
Lothar Joachim Verlag
1908

 


 

Published September 10 1908, Privilege of Copyright
in the U. S. reserved under the Act approved
March 3 1905 by Lothar Joachim, Munich


Alle Rechte vorbehalten

 


 

Prosaischer Kauz

Der holde Mond erhebt sich leise.
Ein alter Kauz denkt nur an Mäuse.

 


 

Unwillkommener Besuch

Wird man im Mittagschlaf gestört,
Das ist verdrießlich, das empört.

 


 

Rast im Walde

Es hielten mal Wandrer
Im Walde Ruh,
Da kamen zwei Häslein
Und schauten zu.

 


 

Ständchen

Ein Ständchen in der Frühlingsnacht
Ist leicht gebracht.
Nur ist es fraglich, ob's gelingt,
Daß es zu Röschens Herzen dringt.

 


 

Abendkonzert

Ein Konzert von Dilettanten.
Stimmt auch grad nicht jeder Ton,
Wie bei rechten Musikanten,
Ihnen selbst gefällt es schon.

 


 

Maitanz

Fritz Heuschreck spielte Schrippdiddellitt!
Auf seinem Violinchen;
Der Käferkasperl tanzte mit
Dem Schmetterlingskathrinchen.

 


 

Osterhas

Es ist das Osterfest alljährlich
Doch für den Hasen recht beschwerlich.

 


 

Der Verdächtige

Trau keinem Filou,
Und hätt' er auch beide Augen zu.

 


 

Kartoffelidyll

 


 

Die brave Großmutter

Großmütterchen tut alles gern
Für Hänschen, ihren kleinen Herrn.

 


 

Der Gefällige I

Die Grete steigt zum Hühnernest.
Der Hansel hält die Leiter fest.

 


 

Der Gefällige II

Die Leiter bricht von dem Gewicht.
Erfreulich ist's für Beide nicht.

 


 

Die Zeit I

So ist nun mal die Zeit allhie,
Erst trägt sie dich,

 


 

Die Zeit II

— Dann trägst du sie;

 


 

Die Zeit III

Und wann's vorüber, weißt du nie.

 


 

Dorfpolitiker I

Altentheiler liest mit Ruh
In der Landeszeitung;
Friedlich grast die treue Kuh
Unter seiner Leitung.

 


 

Dorfpolitiker II

Wenn sich zwei so einig sind
Und sich lange kennen,
Ach, wie kommt dann oft geschwind
Einer, sie zu trennen.

 


 

Dorfpolitiker III

Daß die Trennung möglichst kurz,
Die die zwei betroffen,
Daß nicht gar zu hart der Sturz,
Nun, wir wollen's hoffen.

 


 

Überraschung I

Stets findet Überraschung statt
Da, wo man's nicht erwartet hat;

 


 

Überraschung II

Doch daß dieselbe überall
Grad angenehm, ist nicht der Fall.

 


 

Überraschung III

Gar oft erschreckt uns eine sehr,
Und eine andre noch viel mehr.

 


 

Die böse Ziege I

Ein Sträußlein, abgepflückt,
Damit es schmücke,

 


 

Die böse Ziege II

Wird oft, eh' daß es schmückt,
Ein Raub der Zicke.

 


 

Eule und Star

Guten Tag, Frau Eule!
Habt Ihr Langeweile? —
Ja, eben jetzt,
So lang Ihr schwätzt!

 


 

Schnitzeln

 


 

Schnauz

Derweil sein Herr Besuche macht,
Hält Schnauz bei Hut und Schirm die Wacht.

 


 

Messerschleifen

Der Vater schleift das Messer schön,
Gemütlich tut er das.
Das Hänschen muß den Schleifstein dreh'n,
Tät lieber anders was.

 


 

Künstlers Hoffnung

Armer Künstler hat es sauer,
Doch Erfolg kommt allgemach!
Zeigt sich nur erst ein Beschauer,
Folgen wohl die andern nach.

 


 

Komm, komm!

Mit Güte lockt fast überall
Die Frau ihr Schweinchen in den Stall.

 


 

Innerer Wert

Ein kluger Mann verehrt das Schwein;
Er denkt an dessen Zweck.
Von außen ist es ja nicht fein,
Doch drinnen sitzt der Speck.

 


 

Glück im Unglück

»Das war noch 'n Glück!«
Rief der Heuschreck. Da ließ er ein Bein zurück.

 


 

Das Nilpferd

Das Nilpferd pflückt sich oft gemütlich
Ein Blümchen ab. Das macht sich niedlich!

 


 

Schnitzeln

 


 

Idyll

 


 

Alter schützt vor Torheit nicht

Nein sowas! Ein altes verständiges Schwein,
Und fällt kopfüber ins Faß hinein!!

 


 

Schnitzeln

 


 

Drohendes Verhängnis

Der Spritzefisch ist ein
Gar listiger Geselle.
Gib acht und hüt' dich fein,
Leichtsinnige Libelle!!

 


 

Schnitzeln

 


 

Prosit Neujahr!

Das Schwein
Sei Dein!

 


 

Prosit Neujahr!

Geld laßt von Herzen Allen uns gönnen,
So viel die Esel nur tragen können.

 


 

Prosit Neujahr!

Da steht und kräht er.
Vielleicht gerät er.

 


 

Prosit Neujahr!

Das alte Jahr gar schnell entwich.
Es konnt sich kaum gedulden,
Und ließ mit Freuden hinter sich
Den dicken Sack voll Schulden.

 


 

Nachhilfe

Dem Esel, störrisch im Geschäfte,
Verleiht der Knittel neue Kräfte.

 


 

Drohendes Verhängnis

Es machen sich die Fliegen
Ein luftig Tanzvergnügen.
Der Frosch der denkt: Nur munter!
Ihr kommt schon noch herunter!

 


 

Zerstörte Hoffnung

Mutter und Sohn mit frohem Gesichte
Gingen zu Markt. — Es sind die Eier
Heuer hübsch teuer,
Das Stück zwei Dreier. —
Perdatsch! Da liegt die ganze Geschichte!

 


 

Kühlung

Es ging Professor Schretter
Ins Feld bei heißem Wetter.

 

Er bückt sich tief, auf daß er
Mal tränke, übers Wasser.

 

Da kam die Geiß, und bubbs!
Gibt sie ihm einen Schubbs.

 

Und wer es sieht, der fühlt:
Jetzt ist er abgekühlt.

 


 

Schnitzeln

 


 

Der Gratulant

Zu spät, mein Lieber!
Der Namenstag ist längst vorüber.

 


 

Gefahr im Verzuge

Wenn das Rhinozeros, das schlimme,
Dich kriegen will in seinem Grimme,
Dann steig auf einen Baum beizeiten,
Sonst hast du Unannehmlichkeiten.

 


 

Ein Muster der Schnelligkeit

Die Panzerkröte sprach zur Schnecke:
Pfui! Schäme dich!
Du kommst ja gar nicht recht vom Flecke!
Da sieh mal mich!!

 


 

Unverhofft

Der Negerknabe ging so still
Am Nil dahin. Plötzlich erblickt er
Ein unverhofftes Krokodil.
Oh, wie erschrickt er!!

 


 

Der fliegende Frosch I

Wenn einer, der mit Mühe kaum
Gekrochen ist auf einen Baum,

Der fliegende Frosch II

Schon meint, daß er ein Vogel wär,

Der fliegende Frosch III

So irrt sich der.

 


 

Der unverschämte Igel I

In einem Baumstamm, unten hohl,
Da sitzt der Has und fühlt sich wohl.

Ein Igel, dem der Ort gefiel,
Möcht auch hinein, weil's draußen kühl.

Der Hase, voller Gütigkeit,
Macht höflich Platz und rückt beiseit.

Doch kaum ist er beiseit gerückt,
Fühlt er bereits, daß ihn was prickt.

 


 

Der unverschämte Igel II

Und plötzlich so geprickelt hat's,
Er muß heraus mit einem Satz.

Oh, unverschämtes Stacheltier!
Aha, der Fuchs ist auch schon hier.

Zwar gleich macht sich der Igel dick
Und zieht sich in sich selbst zurück.

Der Fuchs, der gern den Igel frißt,
Weiß aber, was zu machen ist.

 


 

Der unverschämte Igel III

Und weiß, wie man ihn fassen kann,
Und schüttelt und verzehrt ihn dann.

Hier liegt die Haut, ganz hohl und leer.
Den Hasen, scheint's, erfreut es sehr.

Doch innerlich, so wie man sieht,
Ging ihm die Sache zu Gemüt.