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Herzl-Worte

Chapter 39: WEISHEIT
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About This Book

A collection of speeches and essays by Theodor Herzl outlines the political and moral case for Jewish national renewal, arguing for a cohesive peoplehood, organized political action, and a territorial homeland. It addresses the experience of exile and discrimination, the need for communal solidarity and leadership, the role of diplomacy and practical institution-building, and responses to skeptics and opponents. Passages move between polemic, programmatic proposals, and appeals to both elites and mass audiences, combining visionary aims with attention to administrative and diplomatic strategies.

WEISHEIT

Ein Philosoph muß schweigen, ein Politiker reden können.

(Leroy-Beaulieu über den Antisemitismus.)

Jede Zeit hat ihre Weisheit, ihre Weisen.

(M. C. Montefiores Ansichten.)

Wer hat nicht, selbst im guten Glauben, die gleichen Dinge einmal weiß und einmal schwarz geschildert? Jeder Tag hat seine Beleuchtung.

[pg 82] Ohne Trost und haltlos und feige sind nur diejenigen, die noch nicht weise und nicht mehr gläubig sind.

Jedes Tagebuch enthält eine Pose.

Denn in dieser niederen Welt (und besonders in Vocance, wo kein Wirtshaus ist) hängen unsere besten Entschlüsse von den Umständen ab.

Das Sprichwort ist das anonyme Bekenntnis der Menschen.

Ankündigung ist alles. Man muß das Publikum so lange mit der Anpreisung einer Sache belästigen, bis es an sie glaubt.

Esprit de conduit hat eigentlich viel Aehnlichkeit mit dem esprit de l'escalier. Auf der Treppe beim Weggehen sind wir ja alle in der Regel viel gescheiter, als im richtigen Augenblick.

Wer auf den Tag lauert, der verpaßt die Zeit.

Die Torheit ist die ewige Jugend des menschlichen Geschlechts. Aber wenn dich dein Tatendrang schon nicht ruhen läßt und du um jeden Preis die Türen einrennen willst, so suche dir zu diesem Zweck wenigstens die offenen aus.

Wenn man sich in einen Konflikt einläßt, hüte man sich lediglich davor, der Schwächere zu sein.

[pg 83] Auf nichts blicken wir hochmütiger herab als auf das, was wir nicht verstehen.