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Herzl-Worte

Chapter 42: VON UNSERN LIEBEN NÄCHSTEN
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About This Book

A collection of speeches and essays by Theodor Herzl outlines the political and moral case for Jewish national renewal, arguing for a cohesive peoplehood, organized political action, and a territorial homeland. It addresses the experience of exile and discrimination, the need for communal solidarity and leadership, the role of diplomacy and practical institution-building, and responses to skeptics and opponents. Passages move between polemic, programmatic proposals, and appeals to both elites and mass audiences, combining visionary aims with attention to administrative and diplomatic strategies.

VON UNSERN LIEBEN NÄCHSTEN

Am leichtesten ertragen wir diejenigen Ungerechtigkeiten des Lebens, die anderen widerfahren.

Dem, der uns verdrängt hat, vermögen wir alles zu verzeihen, nur seine Vorzüge nicht.

Das ist das wunderbare Rätsel der Achtung: um ihrer teilhaftig zu werden, muß man ein Fremder sein. Durch nichts sinkt man derartig im Ansehen der Leute wie durch den täglichen Verkehr mit ihnen.

Einzelne schlecht gelaunte Moralisten behaupten, daß es keine hilfsbereiten Freunde gäbe. O doch! Es gibt viele Leute, die einem helfen, wenn man sie nicht mehr braucht.

Dieser Mann war zu aufrichtig, um Freunde, zu anständig, um Feinde zu haben. Man schwieg ihn also tot.

[pg 86] Der Gönner betrachtet deine Mißerfolge als die deinigen, deine Erfolge als die seinigen.

Wir haben miteinander unsere besten Studien gemacht. Das knüpft Menschen aneinander.

Freunde schaden nicht immer.

Ueber Verlobungen lacht man im Theater immer herzlich, weil die Schadenfreude uns allen angeboren ist.

Von einem Scheidenden:  Durch die Tür, die sich hinter ihm schließt, wird die Erinnerung eintreten.