Prolog.
Willkommen seid, die gütig Ihr geneigt,
Von unserm Spiel das zweite Stück zu sehen!
Kein Lustspiel ist’s, ein ernstes Antlitz zeigt
Die Zeit, auf deren Boden heut’ wir stehen;
Denn vieles, was uns groß schien, sank in Staub,
Und manches Gute ward des Bösen Raub.
Die holde Poesie, sie ist entflohn,
Die einst mit Sang und Klang die Welt erfüllte,
Die von der niedern Hütte bis zum Thron
Mit schönem Schein die Wirklichkeit umhüllte.
Nicht führt das Kreuz den Ritter mehr zum Sieg:
Rauflust und Beutegier bestimmt den Krieg.
Der freie Bauer ward zum „armen Mann“,
Schwer drückt das Joch der Herren seinen Rücken.
Schon grollt’s wie dumpfer Donner dann und wann,
Schon sieht von ferne man die Blitze zücken.
Blut und Zerstörung birgt der Wolken Schoß:
Weh Herrn und Knechten, bricht das Wetter los!
Was Großes, Gutes noch besitzt die Welt,
Das flüchtet in der Städte feste Mauern;
Und wenn das Rittertum in Trümmer fällt —
Treufest wird es der Bürger überdauern.
Die ems’ge Arbeit füllt ihm Haus und Schrein,
Und Kunst und Wissenschaft ziehn bei ihm ein.
Noch beugt er sich der Kirche Machtgebot,
Noch kann nur Priesterwort die Seele retten;
Doch eines neuen Tages Morgenrot
Verheißt Befreiung schon von Geistesketten. —
Nun schaut ob uns das ernste Spiel gelang,
Und nehmt für güt’ge Nachsicht Gruß und Dank!