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Im Banne der Furcht cover

Im Banne der Furcht

Chapter 19: Kuliwa masoro.
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About This Book

Eine ethnographische Darstellung der Wapare in Ostafrika schildert Lebensstationen, Rituale und soziale Organisation: Geburt, Initiations‑ und Frauenfeste, Beschneidung, Erziehung von Jungen und Mädchen, Heirat und Scheidung werden systematisch dargestellt. Rechtssätze, wirtschaftliche Formen, Hausbau, Handwerk, Jagd‑ und Ackergeräte sowie Aspekte der Küche und des täglichen Lebens werden ausführlich erörtert. Ausführliche Kapitel behandeln religiöse Vorstellungen, Totemismus, Orakel, Heil‑ und Bestattungsriten sowie Dämonen‑ und Fetischglauben. Abschließend untersucht der Text Dichtung und Denkweisen der Gemeinschaft und reflektiert die Begegnung mit Mission und Islam sowie deren Auswirkungen auf Bräuche und Glaubenspraxis.

Kuliwa masoro.

Ist der Junge etwa 7 Jahre alt, so laden die Eltern wiederum ihre Verwandten und Nachbarn ein, um für den Jungen ein offizielles Mehlbrei-Essen zu veranstalten, damit er dann durch das Waldfest, welches im nächsten Kapitel beschrieben wird, in die Stammesgemeinschaft aufgenommen werden kann.

Nachdem Männer und Frauen das Bier bereitet und die Frauen außerdem für genügend Speise gesorgt haben, findet am vierten Wochentage die Zeremonie statt. In dem betreffenden Hause sind nur Frauen anwesend. Die Mutter und vielleicht auch Verwandte setzen sich in dem Hause auf die Erde. Sie sind alle unbekleidet. Eine Frau nimmt nun das Kind und setzt es viermal in den Schoß der Mutter und dann auch der andern Verwandten. Dabei hört man die üblichen Freudentriller. Darauf kommt der Vater mit drei seiner Genossen herein, und auch ihm gibt man das Kind in den Arm. Der Junge (oder das Mädchen) erhält nun einen neuen Namen, gewöhnlich den seines Großvaters väterlicherseits. Der nächstgeborene Junge würde den des Großvaters mütterlicherseits erhalten. Danach heißt auch das Festessen „Namen-Mehlbrei“. In der Hauptsache ist es den Leuten, wie mir scheint, daran gelegen, einen Grund zu haben, sich nochmals tüchtig zu betrinken und gut zu essen. Bei manchen Stämmen schließt sich daran noch ein weiteres Frauenfest, mchumbi, welchem nur solche Frauen beiwohnen dürfen, die das gleiche Fest auch durchgemacht haben. Der Mutter werden Perlkränze und Schmuck umgehängt und andre Erinnerungen aus der Jugendzeit aufgefrischt, so daß sie sich für eine kurze Zeit wieder als Mwai wa nyumba fühlen kann. Eine nähere Beschreibung ist hier nicht angängig. Ich will nur noch erwähnen, daß es in dieser Zeit des Kampfes zwischen Christentum und Heidentum schon vorgekommen ist, daß Leute für ältere Kinder, die schon getauft waren und sich weigerten, das Fest mitzumachen, dasselbe auch ohne die Kinder feierten, um die hergebrachte Sitte dennoch zu befolgen.