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Im Banne der Furcht

Chapter 42: Die Jagdgeräte.
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About This Book

Eine ethnographische Darstellung der Wapare in Ostafrika schildert Lebensstationen, Rituale und soziale Organisation: Geburt, Initiations‑ und Frauenfeste, Beschneidung, Erziehung von Jungen und Mädchen, Heirat und Scheidung werden systematisch dargestellt. Rechtssätze, wirtschaftliche Formen, Hausbau, Handwerk, Jagd‑ und Ackergeräte sowie Aspekte der Küche und des täglichen Lebens werden ausführlich erörtert. Ausführliche Kapitel behandeln religiöse Vorstellungen, Totemismus, Orakel, Heil‑ und Bestattungsriten sowie Dämonen‑ und Fetischglauben. Abschließend untersucht der Text Dichtung und Denkweisen der Gemeinschaft und reflektiert die Begegnung mit Mission und Islam sowie deren Auswirkungen auf Bräuche und Glaubenspraxis.

Die Jagdgeräte.

Die hauptsächlichsten Jagdwaffen sind Bogen und Pfeile und vereinzelt, besonders bei Berufsjägern in der Steppe, der Vorderlader. Sind die Pfeile vergiftet, so bilden sie selbst für den Elefanten oder das Nashorn eine todbringende Waffe, und für solches Großwild nimmt man nur Giftpfeile. Der angehende Jäger läßt sich von einem Medizinmann behandeln, damit seine Furcht schwindet. Diese, auf Autosuggestion beruhende „Behandlung“ in Verbindung mit allerlei Amuletten, die seinen Leib schützen sollen, gibt ihm die nötige Kaltblütigkeit und Treffsicherheit. Auch am Bogen oder Gewehr werden Sympathiemittel zur Erhöhung der Schußwirkung angebracht.

Den heimkehrenden Jäger begrüßt man: Mgosi maingo? = Mann, gibt es Beute? worauf er erwidert: Žangia! = sie ist da! Einzeljagd war ziemlich selten. Beliebter waren Jagdgesellschaften oder auch Treibjagden. Man versteht es, Hunde für die Jagd abzurichten, d. h. das angeschossene Wild zu verfolgen und gegebenenfalls niederzureißen. Nach glücklich verlaufener und erfolgreicher Jagd wird das Fleisch der Beute in ganz dünne Streifen geschnitten und an Sansiverenstricken in der glühenden Steppensonne zum Trocknen aufgehängt.

Würgefalle.
Bohlenfalle, je nach Größe für Ratten und Raubtiere.

Beliebt ist die Jagd mittels Fallen und Fallgruben. Runde Fallgruben gegen die Wildschweine findet man allerorts in den Feldern. Jäger fangen damit auch gerne Giraffen. Die verschiedenen Arten der Fallen beruhen fast alle auf dem gleichen Prinzip und sind sehr wirksam. Durch die Spannkraft eines niedergebogenen Bäumchens oder durch das Gewicht eines Klotzes wird der Falle die nötige Druck- oder Zugkraft gegeben. Das vorzeitige Losschnellen der Fallenschnur wird durch ein kleines, an ihr befestigtes Querhölzchen verhindert. Dieses ist so angebracht, daß in der gespannten Falle der Druck auf den Köderträger übertragen und dieser solange in seiner Lage festgehalten wird, bis der Köder berührt wird. Im gleichen Augenblick wird die Hemmung ihres Haltes beraubt und die Schlinge durch die nunmehr unmittelbar auf sie wirkende Spannkraft des aufschnellenden Astes zugezogen, oder bis dahin in der Schwebe gehaltene Gewichte, wie Bohlen, Klötze, Steine, werden zum Fallen gebracht.

Fische fängt man mit der Angel. Auch Fischgift wird gerne angewandt. Man gewinnt es aus den Blättern des Mkala-Baumes. Diese werden zerstampft und in das Wasser des Flusses ausgepreßt. Durch den Saft werden die Fische alsbald betäubt und schwimmen an der Oberfläche. Sie sollen sich aber, wie die Eingebornen mir versicherten, im Wasser nach einiger Zeit wieder vollständig erholen.