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Im Banne der Furcht cover

Im Banne der Furcht

Chapter 50: Ausscheidungsprodukte als Seelenträger.
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About This Book

Eine ethnographische Darstellung der Wapare in Ostafrika schildert Lebensstationen, Rituale und soziale Organisation: Geburt, Initiations‑ und Frauenfeste, Beschneidung, Erziehung von Jungen und Mädchen, Heirat und Scheidung werden systematisch dargestellt. Rechtssätze, wirtschaftliche Formen, Hausbau, Handwerk, Jagd‑ und Ackergeräte sowie Aspekte der Küche und des täglichen Lebens werden ausführlich erörtert. Ausführliche Kapitel behandeln religiöse Vorstellungen, Totemismus, Orakel, Heil‑ und Bestattungsriten sowie Dämonen‑ und Fetischglauben. Abschließend untersucht der Text Dichtung und Denkweisen der Gemeinschaft und reflektiert die Begegnung mit Mission und Islam sowie deren Auswirkungen auf Bräuche und Glaubenspraxis.

Ausscheidungsprodukte als Seelenträger.

Wir sahen schon, daß man der Kreißenden, wenn die Geburt sich in die Länge zieht, Urin des Mannes zu trinken gibt, um ihr auf diese Weise besondere Seelenkräfte zuzuführen. Ich erwähnte bereits weiter oben die Amulette, welche die Wapare sich von ihren Medizinmännern gegen Verzauberung machen lassen. Oft ordnet der behandelnde Arzt an, daß sein Patient sich vier Tage lang nicht waschen solle. Nach Ablauf der Zeit zerkaut er eine Ölnuß und reibt sich mit dem so gewonnenen Brei den Körper ab. Die auf diese Weise erhaltenen, gewissermaßen konzentrierten Ausscheidungsstoffe werden den Amuletten des Medizinmannes als wertvolle Bestandteile einverleibt. Der Leser sieht, statt der christlichen Hoffnung besitzt der arme Neger nur recht traurige und unappetitliche Ersatzmittel. Bei den Tänzen, die von den Vai va nyumba bei den verschiedenen Gelegenheiten aufgeführt werden, steht immer ihre Helferin in der Nähe, um ihr den Schweiß abzuwischen. Würde jemand anders aus der Umgebung das vornehmen, so könnte er sich starken Unannehmlichkeiten aussetzen, da er sofort gefragt würde, was er mit dem Schweiße beginnen wolle. Also auch hier wiederum der Glaube, daß der Besitz von solchen Dingen, die als Seelenträger andrer gedacht werden, wenigstens zu gewissen Zeiten dem Besitzer Gewalt über die betreffenden Seelen verleiht.