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Im Banne der Furcht cover

Im Banne der Furcht

Chapter 51: Die Seele im Blick.
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About This Book

Eine ethnographische Darstellung der Wapare in Ostafrika schildert Lebensstationen, Rituale und soziale Organisation: Geburt, Initiations‑ und Frauenfeste, Beschneidung, Erziehung von Jungen und Mädchen, Heirat und Scheidung werden systematisch dargestellt. Rechtssätze, wirtschaftliche Formen, Hausbau, Handwerk, Jagd‑ und Ackergeräte sowie Aspekte der Küche und des täglichen Lebens werden ausführlich erörtert. Ausführliche Kapitel behandeln religiöse Vorstellungen, Totemismus, Orakel, Heil‑ und Bestattungsriten sowie Dämonen‑ und Fetischglauben. Abschließend untersucht der Text Dichtung und Denkweisen der Gemeinschaft und reflektiert die Begegnung mit Mission und Islam sowie deren Auswirkungen auf Bräuche und Glaubenspraxis.

Die Seele im Blick.

Auch im Auge denkt sich der Mwasu (Mpare) besondere Seelenkräfte konzentriert. Er sieht im Auge des Sterbenden den Glanz und das Feuer erlöschen, es wird matt, er kann sein eignes Spiegelbild im Auge des andern nicht mehr entdecken. Da denkt er sich, die Seele, die dem Auge Glanz und Kraft verliehen habe, sei entwichen.

Diese Seelenkräfte im Auge, welche sich bei den meisten Menschen als ganz harmlos erweisen, können doch in manchen Fällen Unheil anrichten, indem sie durch das Sehloch austreten und im Körper anderer Krankheiten verursachen. Besonders sind es die Frauen, die durch den „bösen Blick“ vor allem kleine Kinder der Nachbarn verzaubern und töten. Als die Regierung zum Dorfbau aufforderte, um die ganz vereinzelt liegenden Hütten zusammenzubringen, war dieser Aberglaube ein Grund zu weiteren Befürchtungen, da es ja nun durch das nahe Zusammenwohnen den Hexen bedeutend leichter sein würde, die Kinder umzubringen. Während das Auge der Hexen und Zauberer böse Seelenkräfte ausstrahlt, ist es beim Regenzauberer das Mittel, den Regen herbeizuholen oder zu vertreiben. Selbstverständlich bedient sich der Regendoktor dazu auch noch andrer Zauberarzneien; aber es genügt schon, wenn er in der heißen Steppe wandert, daß er starr nach oben sieht, um die Wolken zu veranlassen, sich vor die Sonne zu schieben. Diese Leute werden von ihren Lehrmeistern unter den Augen geritzt und behandelt, um die Fähigkeit zu erlangen, Regen zu „ziehen“. Mit diesem ist schon der Übergang zur freien Psyche, der