Chorus:
mit Zittern und Zähnegefletsch:
Jetzt weicht, jetzt flieht! Wir singen das Lied
Vom Enderle von Ketsch!
Solo:
der sprach eines Morgens: »Rem blemm!
Ich pfeif' auf die saueren Weine,
ich geh' nach Jerusalem!
schau'n dort die Jungfrauen drein:
O Kanzler, o Mückenhäuser,
fünftausend Dukaten pack ein!«
da faltet der Kanzler die Händ:
»Jetzt langt's noch zu einem Schoppen,
dann sind die Dukaten zu End!«
»Rem blemm! Was ficht uns das an?
Wir fahren nach Cyprus hinunter
und pumpen die Königin an.«
vor Cyprus in funkelnder Nacht,
da hub sich ein Sturm auf dem Meere
und rollender Donner erkracht.
ein schwarzes Schiff braust vorbei,
hemdärmlich ein Geist steht am Maste
und furchtbar gellet sein Schrei:
Chorus:
mit Zittern und Zähnegefletsch:
Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht
der Enderle von Ketsch!«
Solo:
und glatt wie Oel lag die See,
dem tapferen Mückenhäuser,
dem Kanzler, war's wind und weh.
und schaut' in die Wogen hinaus:
»Rem blemm! 's ist nimmer geheuer,
o Cyprus, wir müssen nach Haus!
ich bin ein gewitzigter Mann:
Zurück, zurück nach Venedig!
Wir pumpen niemand mehr an.
sein Geld wie ich verschlampampt,
der verzieh sich geräuschlos beizeiten,
es klingt doch höllenverdammt:
Chorus:
mit Zittern und Zähnegefletsch:
Jetzt weicht, jetzt flieht! im Sturm herzieht
der Enderle von Ketsch!«
In der Beschreibung der Pfalz von Merian (1645) wird bei Erwähnung des Dorfes Ketsch erzählt:
»Pfaltzgraf Oth Heinrich, nachmals Churfürst, fuhr vmb das Jahr 1530 ins gelobte Land, nach Jerusalem. In seiner zurück Reyse kam er vber die Offenbahre See herauß, da jhme dann ein Schiff, nach Nordwegen zu, begegnete, darinn diß Geschrey gehört wurde:
»Weichet, weichet, der dick Enderlein von Ketsch kompt.«
»Der Pfaltzgraf vnd sein Cammermeister Mückenhäuser kennten den gottlosen Schuldtheiß allhie zu Ketsch vnnd auch den Orth wol; daher als sie heimbkamen, sie nach dem dicken Enderle, vnnd vmb die Zeit seines todts gefragt vnd vermerckt haben, daß es mit der Zeit vberein gestimmt, da sie das Geschrey auff dem Meer gehört hatten; wie Weyland ein Professor zu Heydelberg in seinen Schriften auffgezeichneten hinderlassen hat.«
Am Grenzwall
am deutschen Grenzwall Posten,
fern vom Kastell war seine Wacht,
das Antlitz gegen Osten …
Da regt sich feindlich 'was am Fluß,
da schleicht und hallt 'was leise …
Kein Paean von Horazius,
ganz wildfremd war die Weise:
»Ha' … hamm' … hammer dich emol, emol, emol
an dei'm verrissene' Kamisol,
du schlechter Kerl!«
hatt' er sein Herz vertandelt
und war ihr oft im Lederwams
als Kaufmann zugewandelt.
Jetzt kam die Rache … eins, zwei, drei!
Jetzt war der Damm erklettert …
Jetzt kam's wie wilder Katzen Schrei
und Keulenschlag geschmettert:
»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.
focht als geschulter Krieger,
fruchtlos war Mut und Römerzorn,
die Wilden blieben Sieger.
Sie banden ihn und trugen ihn
wie einen Sack von dannen;
als die Kohort' am Platz erschien,
scholls fern schon durch die Tannen:
»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.
der Chatten Landsgemeinde,
ihr Odinsjulfest einzuweih'n
mit Opferblut vom Feinde.
Der fühlt sich schon als Bratenschmor
in der Barbaren Zähnen,
da sprang sein blonder Schatz hervor
und rief mit heißen Tränen:
»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.
ob solcher Wiederfindung:
»Man geb' ihn frei und losgeschnürt
der Freundin zur Verbindung!
Nimmt sie ihn hier vom Fleck als Frau,
sei alle Schuld verziehen.
Und heut noch wird im ganzen Gau
als Festbardit geschrien:
»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.