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Im schwarzen Walfisch zu Askalon: Rastlieder cover

Im schwarzen Walfisch zu Askalon: Rastlieder

Chapter 4: Perkêo
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About This Book

A compact collection of jaunty lyric pieces evokes tavern life, travel, and convivial drinking through ballads, songs, and comic sketches. Poems portray boisterous inns, memorable comic figures such as a wine-obsessed dwarf and reveling monks, and scenes of moonlit revelry, mountain ascent, and humble lodging. Satire, affectionate regional color, and playful antiquarian references weave together with varied meters and refrains to create a tone of genial exuberance that balances warm nostalgia with light mockery.

Perkêo

Das war der Zwerg Perkêo
im Heidelberger Schloß,
an Wuchse klein und winzig,
an Durste riesengroß.
Man schalt ihn einen Narren,
er dachte: »Liebe Leut',
wärt' Ihr wie ich doch alle
feuchtfröhlich und gescheut!«
Und als das Faß, das große,
mit Wein bestellet war,
da ward sein künftiger Standpunkt
dem Zwergen völlig klar.
»Fahr wohl,« sprach er, »o Welt,
du Katzenjammertal,
was sie auf dir hantieren
ist wurst mir und egal!
Um lederne Ideen
rauft man manch heißen Kampf,
es ist im Grund doch alles
nur Nebel, Rauch und Dampf.
Die Wahrheit liegt im Weine.
Beim Weinschlurf sonder End
erklär' ich alter Narre
fortan mich permanent.«
Perkêo stieg zum Keller;
er kam nicht mehr herfür
und sog bei fünfzehn Jahre
am rheinischen Malvasier.
War's drunten auch stichdunkel,
ihm strahlte inneres Licht,
und wankten auch die Beine,
er trank und murrte nicht.
Als er zum Faß gestiegen,
stand's wohlgefüllt und schwer,
doch als er kam zu sterben,
klang's ausgesaugt und leer.
Da sprach er fromm: »Nun preiset,
ihr Leute, des Herren Macht,
die in mir schwachem Knirpse
so Starkes hat vollbracht:
Wie es dem kleinen David
gen Goliath einst gelang,
also ich arm' Gezwerge
den Riesen Durst bezwang.
Nun singt ein De Profundis,
daß das Gewölb' erdröhnt,
das Faß steht auf der Neige,
ich falle sieggekrönt.«
… Perkêo ward begraben. –
Um seine Kellergruft
beim leeren Riesenfasse
weht heut noch feuchte Luft.
Und wer als frommer Pilger
frühmorgens ihr genaht:
Weh' ihm! Als Weinvertilger
durchtobt er Nachts die Stadt.