WeRead Powered by ReaderPub
In Monsun und Pori cover

In Monsun und Pori

Chapter 3: EINLEITUNG
Open in WeRead

About This Book

Eine Reihe knapper, impressionistischer Bilder zeichnet das Schicksal des letzten deutschen Auslandskreuzers in tropischen Gewässern nach. Die Episoden begleiten seine Fahrt durch Monsun und um afrikanische Küsten, beschreiben Alltag und Technik an Bord, die wechselnden Landschaften — glühende Sandküsten, sumpfige Urwälder und weite Buschsavannen — sowie Begegnungen mit Küstenbewohnern und die wachsende Isolation und Unsicherheit, als die Verbindung zur Heimat abreißt und politische Spannungen die Fahrt bedrohen.

EINLEITUNG

An einem lichten Junimorgen im Jahre 1914 steuerte ein schlanker Kreuzer, von der Heimat kommend, durch die palmenumsäumte Einfahrt von Daressalam, um den Schutz der deutschen Interessen in den Gewässern des westlichen Indischen Ozeans und an der deutsch-ostafrikanischen Küste zu übernehmen — S. M. S. »Königsberg«.

Donnernd krachte über die im hellen Morgenlicht daliegenden weißen Tropenhäuser, die Kirchen, die Boma hinweg der Salut, und leise fächelte der anhebende Monsun in den schlanken, hochstämmigen Palmenwäldern.

Die Eingeborenen kamen staunend, und die Kunde ging von Dorf zu Dorf, an der Küste und im Innern weitererzählt, daß ein großes deutsches Schiff mit drei dicken Schornsteinen im Hafen von Daressalam läge, mächtiger und stärker als alle, auch die englischen, die sie bisher gesehen!

Sämtliche Hafenstädte sollten angelaufen werden! Vor Tanga, in der Mansabucht, vor Bagamojo lag der graue Kreuzer, immer umgeben von einer Menge großer und kleiner Boote, Einbäumen und Dhaus, voll von neugierigen Kindern des Landes. —

Ende Juli ballten sich schwarze Gewitterwolken — eifrig arbeiteten die Kabel!

Dann schwiegen sie — — sie waren in englischer Hand.

Da verließ der Kreuzer seinen Hafen, — in der letzten Julinacht verschwand für ihn am Horizont der dunkle Streifen der ostafrikanischen Küste.