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Interessante Wanderungen durch das Sächsische Ober-Erzgebirge cover

Interessante Wanderungen durch das Sächsische Ober-Erzgebirge

Chapter 33: VII. An das Erzgebirge.
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About This Book

Reflective travel essays recount exploratory walks through a mountainous region, combining vivid descriptions of peaks, deep valleys, pine forests, streams, rocks, and local villages with natural-historical observations and corrective notes on common misconceptions. The narrator interweaves personal memories and sensory detail with practical guidance, sketches of notable sites, and arguments for appreciating the area's scenic and cultural value rather than dismissing it. The work aims to introduce unfamiliar readers to landscape features, flora and fauna, and local customs, and to promote travel within the region as a means of cultivating civic pride and deeper knowledge.

VII.
An das Erzgebirge.

Laß im Geist mich deine Berge grüssen,
Laß im Geist mich deine Thäler seh'n,
In der Wälder grünen Finsternissen,
Auf bemooßter Felsen Spitzen stehn!
Daß ich wieder deiner Silberquellen
Deiner Bäche sanftes Murmeln hör';
Wiederseh' des Waldstroms dunkle Wellen,
Und den wilden Schaum am Klippenwehr!
Sei gegrüßt im Thal du kleine Hütte,
Wo Zufriedenheit und Armuth wohnt!
Nehmt mich auf in eure frohe Mitte,
Gute Menschen, die der Fleiß belohnt!
In der Erde Tiefen will ich steigen,
Klüft und Gänge zwinge meine Hand;
Schätze will ich meinem König reichen,
Dein sei Alles, theures Vaterland! –
Aber mich laß dort im Thale wohnen,
Reiche mir des Lebens Unterhalt!
Wie ein Fürst will ich beglückt dann thronen,
Mein ist Alles, Quellen, Fels und Wald!
Meinen Kittel ändert keine Mode,
Meine Kost weicht keiner Leckerei;
Mein Beruf führt täglich mich zum Tode,
Doch ich trau' auf Gottes Vatertreu!
Drückt mich etwa eine bange Sorge,
Die dieß arme Erdenleben schuf; –
Dann ersteig' ich einen Berg und horche
Neu gestärkt der Gottheit heilgem Ruf';
Er giebt jenen Sonnen Licht und Strahlen,
Er erweckt aus Nacht die todte Welt.
Und enthüllt die Frucht aus festen Schalen,
Schmilzt den hohen Schnee vom Saatenfeld.
O! wohl möchte ich auf deinen Bergen
Meiner Tage letzten einmal sehn!
Möchte dort, beim Lied der ersten Lerchen,
Einst hinab zu meinen Vätern gehn;
In der Heimath Grabe schlaf' ich süsser,
Da noch weint man eine Thräne mir! –
Doch der schwache Mensch weiß nichts gewisser
Leider, als: daß er nichts wisse hier! –