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Junge Triebe: Roman cover

Junge Triebe: Roman

Chapter 15: 14
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About This Book

The narrative sketches tense domestic life in a middle‑class household where a strict, domineering father presides over meals and discipline while a tender but anxious mother tries to shield her sons. The eldest endures obedient, fearful restraint, the middle boy meets authority with mischief and simmering resentment, and the youngest is openly indulged, provoking envy and humiliation. Episodic domestic scenes — especially at the table — trace small cruelties, sibling rivalry, and the uneven distribution of affection, offering an intimate study of family power dynamics and their effects on children's behavior and inner lives.

14

Die kleine Schwester ist ein kugelrundes Mädel geworden, mit straffem, schwarzem Haar und Kirschaugen. Sie ist unendlich gutmütig, wenn man sie aber ärgert, kann sie furchtbar böse werden. Dann springt sie wie ein Gummiball, beißt und kratzt. Das ist lustig anzusehen. Sie petzt niemals. Eigentlich könnte man sie sehr gerne haben. Aber das geht nicht. Denn erstens ist sie Vaters Abgott, und zweitens kümmert sich auch Felix sehr um sie, seit er bei den Brüdern abgewirtschaftet hat. Er spielt mit ihr und zeigt ihr Bilder.

Die Kleine lispelt ein wenig. Max stößt selbst leicht mit der Zunge an, aber wohl eben darum hat er ein feines Ohr für Sprachfehler. So singt er der Kleinen alle Augenblicke vor: „Zisch, zisch, zisch, Tischler hoble den Tisch!“ Das trifft alle beide; die Kleine wird wütend über das Zisch, zisch und Felix über den eintönigen Singsang. Max und Fritz sind außer sich vor Freude. Sie nennen die Schwester nur noch „Kohlhobel“.