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Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der praktischen Vernunft. cover

Kant's gesammelte Schriften. Band V. Kritik der praktischen Vernunft.

Chapter 21: Orthographie, Interpunction und Sprache.
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The text argues that reason contains a pure practical faculty that issues a universal moral law discoverable a priori; it analyzes the principles and incentives of moral action, distinguishing duty grounded in the categorical imperative from empirical motives. It deduces the authority of moral principles, examines the concept of the highest good and the need for practical postulates — freedom, immortality, and God — to make moral striving coherent, and treats apparent antinomies between practical and speculative reason. The work closes with methodological guidance for applying pure practical reason and reflections on the scope and limits of moral judgment.

1. Hamann schreibt an Jacobi am 13. Mai 1786 (Gildem. V 322) über einen Besuch bei Kant: »Eine Autorangelegenheit ging ihm auch im Kopf herum, die er mir sogleich mittheilte. Es ist die Tübingische Recension seiner Moral. Schütz hatte ihn auf eine Widerlegung eines Kirchenraths Tittel vorbereitet, der ein Commentator des Feders sein soll, der mir bisher ganz unbekannt geblieben ist. Vielleicht ist die ganze Widerlegung diese kahle Recension, die Kanten nicht anficht, aber für wichtig genug von schwachen Freunden gehalten worden, sie ihm zu Gefallen hier nicht cirkuliren zu lassen.« Die Tübingische Recension der Grundlegung (Tüb. gel. Anz. 1786, 14. Stück, 16. Febr., S. 105 ff.) ist nicht von Tittel, sondern (wie sich unschwer beweisen lässt) von dem Tübinger Professor J. Fr. Flatt, der aber mit Tittels Ansichten sehr übereinstimmt. Er war ständiger Recensent philosophischer Schriften in genannter Zeitschrift; er hat namentlich eine grosse Zahl von Schriften, die sich direct oder indirect, freundlich oder feindlich mit Kant beschäftigen, daselbst besprochen und dabei unermüdlich dieselben Einwände wiederholt.

Die »Widerlegung« des Kirchenraths Gottlob August Tittel in Carlsruhe ist die Schrift »Über Herrn Kants Moralreform. Frankfurt u. Leipzig bey den Gebrüdern Pfähler. 1786.« Als »Commentator des Feders« wird er von Hamann mit Grund bezeichnet, da er »Erläuterungen der theoretischen und practischen Philosophie nach Herrn Feder's Ordnung in fünf Abtheilungen« 1783—94 erscheinen liess (Adickes, Kant-Bibliogr. n. 297); den schwachen Schatten des schwachen F(eder) nennt ihn Biester in einem Briefe an Kant (11. Juni 1786, X 434), aus dem man ersieht, dass Kant ernstlich daran dachte eine Vertheidigung gegen die Angriffe von Feder und Tittel bekannt zu machen. Auch Jakob thut der Schrift gegen Kant Erwähnung (17. Juli 1786, X 438), und dieser läßt sie sich dann durch Schütz schicken (s. dessen Brief v. 3. Nov., X 445). Sie ist in der Vorrede der Kr. d. pr. V. ausgiebig berücksichtigt. Schon im Vorwort seiner Schrift tadelt Tittel den »gar zu häufigen Gebrauch abstrakter Terminologien« (S. 4). Er vertheidigt gegen ihn »jenes unschuldige und liebenswürdige System, das Glückseligkeit und Sittlichkeit aufs innigste zusammenverknüpft« (S. 5), wirft mehrmals Kant »Mystik« vor und wiederholt besonders oft die Behauptung, dass dieser »längstbekannte Dinge in einer unvernehmlichen Sprache, als neu, verkündiget« (so S. 25). »Soll denn die ganze Kantische Moralreform etwa nur auf ein neue Formel sich beschränken?« (35). »Herr Kant, nachdem er auf diese Art sein vermeintes neues Princip der Sittenlehre ausgeführt und befestiget zu haben glaubt ...« (55). »Man sollte kaum denken, dass so gemeine und bekannte Sätze einer so kunstreichen Verdunkelung fähig wären ... Warum muss ich erst den Menschen in zwei Welten versetzen? Warum die fremdlautende — und darum etwas neues versprechende, und doch nichts neues enthaltende Nahmen von Autonomie und Heteronomie so tief herausführen? Wozu so viel technische Imperativen? Wozu, bei einer so leichten Sache, der ganze schwerfällige Gang?«(82) u. s. f. Hiernach gehen vorzugsweise auf Tittel die kritischen Bemerkungen der Vorrede Kants, 828 ff., 1023 ff. (mit einem Seitenblick auf Garve-Feders bekannte Recension der Kr. d. r. V., vgl. 1334 ff.); aber auch die Kritik 284 ff. passt besonders auf Tittel, der keine Schwierigkeit darin fand, dass das Gesetz, seine eigene und Andrer Glückseligkeit zu befördern, wirklich als allgemeines Gesetz für alle vernünftige Naturen, in unbedingter praktischer Nothwendigkeit, gelte (S. 56 s. Schrift); sie passt allerdings auch auf Flatt, der sich (wie Tittel S. 31) besonders darauf beruft, dass Kant selbst, im Widerspruch mit seiner These, dass überhaupt keinem empirischen Princip Allgemeinheit zukomme, in der Grundlegung zugestanden habe, die Absicht auf Glückseligkeit komme allen vernünftigen Wesen »nach einer Naturnothwendigkeit« zu. Und so wird sonst noch manches sich auf diese beiden zunächst beziehen, obgleich es daneben auch Andre trifft; z. B. spottet über die neue Terminologie auch die Besprechung der Grundlegung in den »Kritischen Beyträgen zur neuesten Geschichte der Gelehrsamkeit« I. 202 ff. (Adickes n. 236), wie schon früher namentlich Feder; auch Meiners in der Vorrede seines »Grundrisses der Seelenlehre«, deren Zurückweisung Kant seinen Freunden überliess (X 446, 456). So ist der allgemeine Vorwurf der »Inconsequenz« — 428, 536 — natürlich von vielen ausgesprochen worden; mit besonderer Vorliebe aber von Flatt in seinen zahlreichen Recensionen.

2. Kant selbst nennt mit Namen, im Briefe an Schütz vom 25. Juni 1787 (X 467), Feder und Abel, deren der erste gar keine Erkenntniß a priori, der andere eine, die zwischen der empirischen und einer a priori das Mittel halten soll, behauptet. Beider hatte kurz vorher gegen ihn Bering Erwähnung gethan (28. Mai, X 465). Auf den ersteren bezieht sich ersichtlich der Schluss der Vorrede (126 ff.): Was Schlimmeres könnte aber diesen Bemühungen wohl nicht begegnen, als wenn jemand die unerwartete Entdeckung machte, daß es überall gar kein Erkenntniß a priori gebe, noch geben könne; obgleich auch schon früher C. G. Selle (Berl. Monatsschr. 1784, Dec.) mit dem »Versuch eines Beweises, dass es keine reinen, von der Erfahrung unabhängigen Vernunftsbegriffe gebe«, gegen Kant aufgetreten war. Die Schrift Feders, die Kant in jenem Briefe im Auge hat, ist wohl sicher: »Über Raum und Caussalität zur Prüfung der Kantischen Philosophie. Göttingen 1787«, deren Vorrede das Datum 31. Januar 1787 trägt und die wohl zur Ostermesse erschien, also Kant früh genug bekannt werden konnte, um in einem Nachtrag zu seiner Vorrede noch Berücksichtigung zu finden. Kants Ausführung trifft genau auf jene Schrift (bes. § 9, S. 35 ff.) zu. Dagegen sind Abels Schriften (»Plan zu einer systematischen Metaphysik« und »Versuch über die Natur der speculativen Vernunft zur Prüfung des Kantischen Systems«, beide 1787) in der Kr. d. pr. V. nicht berücksichtigt; Kant hielt ja eigentlich alle Controversen mit diesen Gegnern für überflüssig (vgl. X 487 über die Anhänger am Alten); nur ihres sachlichen Interesses halber hat er jene weitestgehende »Entdeckung« Feders doch der Berücksichtigung werth gehalten.

3. Und so hat er jedenfalls nicht diese Männer im Auge, wenn er (618) auf jene erheblichsten Einwürfe wider die Kritik, die ihm bisher vorgekommen seien, Bezug nimmt: nämlich einerseits im theoretischen Erkenntniß geleugnete etc. Auch nicht an Ulrich ist hierbei zu denken, der in seinen »Institutiones logicae et metaphysicae« (Jena 1785), die er selbst Kant zusandte (X 378. 398), S. 233 die Frage der Anwendbarkeit der Kategorien auf das »transcendentale Object« (das er dem »Ding an sich« gleichsetzt) nur in theoretischer Hinsicht berührt. Sondern Kant hat schon hier den hernach (825) deutlicher bezeichneten wahrheitliebenden und scharfen, dabei also doch immer achtungswürdigen Recensenten seiner Grundlegung im Auge, der ihm auch den Einwurf gemacht hatte, dass der Begriff des Guten vor dem moralischen Princip hätte festgesetzt werden müssen. Es ist der Recensent der »Allgemeinen deutschen Bibliothek«, nach Jenischs richtiger Angabe (an Kant, 14. Mai 1787, X 463) »Probst Pistorius auf Femarn, der Übersezzer des Hartley«. Es kommt aber hier nicht nur die Recension der Grundlegung (A. d. B., Bd. 66 S. 447 ff.), sondern, gerade was die tiefergehenden Einwände wegen der Anwendbarkeit der Kategorien auf Noumena und der Doppelnatur des Menschen als Phaenomenon und Noumenon betrifft, die umfänglichere Besprechung von Schultz' Erläuterungen (ebenda S. 92 ff.) in Frage, wo diese Einwürfe eingehend und verständig entwickelt werden; nicht ohne ein Compliment an den »ebenso wahrheitliebenden als tiefdenkenden Weltweisen«, welches dieser mit dem Wort 825 also nur erwiedert. Pistorius hat dann in seiner Besprechung der Kr. d. pr. V. (A. d. B., Bd. 117, S. 78 ff., auf S. 96) auf Kants Bemerkung wiederum Bezug genommen.

4. Der einzige Beurtheiler, der in der Kr. d. pr. V. selbst mit Namen genannt ist (14333), ist Thomas Wizenmann, der Verfasser der in Leipzig 1786 ohne Autornamen erschienenen Schrift »Die Resultate der Jacobi'schen und Mendelssohn'schen Philosophie, kritisch untersucht von einem Freywilligen«; ein intimer Freund und Gesinnungsgenosse Jacobis, aus dessen Briefwechsel mit Hamann man Näheres über ihn erfährt. Auf die genannte, damals viel beachtete Schrift hatte Kant Bezug genommen in der Abhandlung der »Berliner Monatsschrift«: Was heißt: sich im Denken orientiren? (Oct. 1786), welche Wizenmann beantwortete durch die im »Deutschen Museum« (1787, I 116—156) erschienene Abhandlung: »An den Herrn Professor Kant von dem Verfasser der Resultate Jacobi'scher und Mendelssohn'scher Philosophie.« Wizenmann, der eine Zeitlang bei dem Freunde in Pempelfort lebte, starb am 22. Februar 1787 in Mülheim (Jacobi an Hamann 12.—27. Febr., Gildem. V 455). — Die Erwähnung Wizenmanns steht in Zusammenhang mit dem bekannten Streit zwischen Mendelssohn und Jacobi über den Spinozismus Lessings. Einen ferneren Nachhall dieses Streits erkennen wir in der Bezugnahme auf den sonst scharfsinnigen Mendelssohn, 10120; wo die Warnung vor der Consequenz des Spinozism (1021.8), wenn man sich zum Kriticismus nicht entschliessen kann, zu beachten ist.

517.18 Quid — beatis.] Hor. Sat. I 1, 19.

1214 (ex pumice aquam)] aquam a pumice postulare (sprichw.: von jemand etwas verlangen, was er seiner Natur nach nicht leisten kann). Plaut. Pers. I, 1, 42.

136 ff. Hume] vgl. 5032 ff. Kants Meinung, daß Hume die Sätze der Mathematik für analytisch und apodiktisch gehalten habe (1315, 524), fußt auf dessen Inquiry concerning Human Understandig, Sect. IV. Aber in Sect. XII,2 derselben Schrift werden Zweifel darüber angedeutet, und im älteren, ausführlicheren Werk, dem Treatise on Human Nature, sieht Hume wenigstens die Sätze der Geometrie offenbar für synthetisch und von Erfahrung abhängig, mithin nicht apodiktisch, an. Kant hat demnach das ältere Werk nicht gekannt oder nicht genauer beachtet.

1328 Der Blinde des Cheselden] der Bericht des Anatomen W. Cheselden über einen operirten Blinden (aus den Phil. Transactions, 1728, XXXV 447) mag Kant bekannt geworden sein durch Kästners Bearbeitung von Rob. Smith »Vollständigem Lehrbegriff der Optik« (1755), wo dieser Bericht deutsch wiedergegeben ist. Vgl. Apelt Metaphysik S. 520 ff.

3134 (Sic volo, sic iubeo)] Juvenal Sat. VI v. 223; doch lauten die Worte des Originals: Hoc volo, sic iubeo, sit pro ratione voluntas.

407 Crusius] Chr. Aug. Crusius (Professor der Theologie in Leipzig) z. B. im »Entwurf der nothwendigen Vernunft-Wahrheiten« (2. Aufl. 1753) § 283, 284, 286.

5052 ff. David Hume ... 524 ff. Die Mathematik ...] vgl. zu 136 ff.

6026 den Stoiker] Cic. Tusc. II, 25, 61

9327 (nach Platos Urtheile)] im Staat 522 ff.

9715 mit Leibnizen spirituale] Theodicée, Ess. sur la bonté de Dieu etc. 52, 403 (Philos. Schr. her. v. Gerhardt, VI, 131, 356); ähnlich in den Auseinandersetzungen mit Bayle (Gerh. IV, 505 ff., 536 ff., 549) u. ö.

9832 Priestley] The doctrine of philosophical necessity, London 1777, S. 86 ff.

1018 ein Vaucansonsches Automat] Vaucansons Automaten (Flötenspieler, fressende Ente etc.), zuerst gezeigt in Paris 1738, wurden von den Materialisten des 18. Jahrh. (so de la Mettrie, L'homme machine, 1748) gern zur Unterstützung der mechanistischen Hypothese angeführt. Lange, Gesch. d. Mat., 2. Aufl., I 356.

10120 Mendelssohn] Morgenstunden (1785), Abschn. XI.

15833 Juvenal] Sat. III, 8, 79-84; von Kant ebenfalls citirt in der Religion etc. (in dieser Ausgabe Bd. VI 4927) und in der Rechtslehre (VI 3344.5).

16019 (laudatur et alget)] probitas laudatur et alget Juven. Sat. I, 1, 74.

Paul Natorp.

Orthographie, Interpunction und Sprache.

Orthographie. Vocale. Die Eingriffe beschränken sich auf wenige Fälle: aa in Anmaaßung (daneben Anmaßung), Maaß, schaal; — e statt ä in Ungefehr, nemlich, anderwerts; — ey in Freyheit, zwey, zweyte, Schwärmerey, einerley u. ä., gemeynet, sey, seyn (esse), bey; — ie zuweilen in gieng (daneben vorherging, anfing). — Consonanten. Dehnungs-h steht in Willkühr, fehlt in wol (doch auch Wohlverhalten, wohlgemeynt), vornemlich, allmälig. — c steht sehr häufig da, wo wir k setzen: Critik, Categorie, Character, Comödie, Catechism, practisch, apodictisch, dialectisch, syncretistisch, cosmologisch, pünctlich u. a. — Einzelfälle sind Policey, Geschäffte, insgesamt, caussa (sonst Causalität). — Anfangsbuchstaben. Am meisten stört die Minuskel in substantivirten Adjectiven: der versuchteste, das schätzbarste, im theoretischen (doch werden sie auch oft gross geschrieben: das Unbedingte), etwas ästhetisches, besonders in Adjectiv-Verbindungen: des unbedingt-Guten, des moralisch-Guten, das überschwenglich-Große. — Die Majuskel tritt zuweilen in zusammengesetzten Adjectiven auf, deren erster Theil ein Substantiv ist: Beyfalls- oder Tadelswürdig. — Wortverbindung. so gar musste mehrfach zusammengerückt werden. — Eigennamen. Leibnitz, Epicur, Epicuräer zeigen die damals übliche Schreibung.

Interpunction. Komma ist reichlich angewendet: vor Satztheilen, die durch und angeknüpft sind, auch vor entsprechendem oder, das keinen Gegensatz hervorheben soll; vor und hinter adverbialen Bestimmungen und adjectivischen Attributen, wenn letztere durch andere Bestimmungen erweitert sind (z. B. 2222.23 in der, aus irgend eines Gegenstandes Wirklichkeit zu empfindenden, Lust); hinter als und einer Vergleichung oder Apposition; hinter gleichartigen Satztheilen, die durch Komma von den vorangehenden getrennt oder durch ein mithin, so wie, zugleich, vielmehr an sie angeschlossen werden; zwischen während daß, allein da, denn da, gesetzt daß; vor Klammern oder darin, während es dahinter stehen müsste z. B. 2440-251 ist Vernunft nur, so fern sie für sich selbst den Willen bestimmt, (nicht im Dienste der Neigungen ist,) ein wahres ... — Doch fehlt es in allen diesen Fällen auch oft. — Viel seltener als gestrichen musste es eingesetzt werden; zuweilen vor aber, öfter vor und hinter Appositionen, die durch d. i., nämlich eingeleitet werden, am häufigsten noch zwischen gleichartigen adjectivischen Attributen (z. B. 1577.8 mit schmelzenden weichherzigen Gefühlen). — Andere Zeichen blieben meist unangetastet; doch musste wie in den andern Drucken zuweilen Semikolon durch Kolon oder Komma ersetzt werden, wenn das Verhältniss der Unterordnung schärfer betont war.

Sprache. Laute. Vocale. Einen Eingriff in die Stammsilben erforderten: ankömmt (nur 8217; sonst kommt), alsdenn (stets), stünden, verstünde (je 1 mal belegt), Würkung (7437; sonst Wirkung, wirklich, bewirkt). — Ableitungssilben. e ist 1 mal im Superlativ erhalten: mehresten 14718 (vgl. dagegen subtilste, kleinste u. a.); recht häufig aber in schwachen Verbalformen, wenn auch die Synkope überwiegt; so im Ind. Imp. stellete, theilete, wählete, fehlete, führete, dienete, bestimmeten, vermengete, folgeten; im Conj. Imp. vermeynete, kennete, rühmete, bestimmete, passeten, anzeigete; in der unflectirten Form des Part. Perf. aufgestellet, beygesellet, gefället, erkläret, begehret, geführet, gelehret, ungerächet, gelanget, aufgedecket, in der flectirten Wohlgesinneten, geweihete, bedrohete. Wieder beobachten wir, dass vorangehende Liquida oder Resonans erhaltend wirkt. — Von Adverbien ist allein nunmehro zu nennen (3 mal belegt; sonst stets nunmehr, auch vorher, daher u. a.). — Flexionssilben. Für das e der 3 Pers. Sing. Praes. gelten dieselben Bemerkungen wie für die Ableitungssilben. Beispiele sind urtheilet, erhellet, offenbaret, geziemet, beruhet, nöthiget, voraussetzet. — Unorganisches e weist nur einmal hielte auf 11517 (sonst stets hielt, enthielt). — Consonanten. erfodern, erfoderlich ist im ganzen Druck sehr häufig, daneben kommt fordern und erforderlich vor. — Flexion. seyn steht für sind 1032 3215 3517 459 9435 14117, für seien 2925. — zween findet sich 11218. — Wortbildung. sonsten ist 2320 belegt (im übrigen sonst). — Auch die Syntax erregt nur vereinzelt Anstoss. Adjective: unter problematischen, affertorischen und apodictischen Bestimmungsgrunde 1119.20; jeder auch nur mittelmäßig ehrlicher Mann 8736; jeder anderer Rücksicht 15124.25 — Pronomina. derer (relativisch) = deren 9219; denen 3 mal = den, z. B. 10620. — Zahlwörter. zwischen zweyen.. Dingen 11927.28. Verben. auf einer genaueren Untersuchung.. ankäme 9410-12. Diese.. bewahrt für dem Empirism 7029.30. — Conjunctionen. denn steht 2 mal = dann, z. B. 1308. — Geschlecht. Bedürfniß ist 2 mal als Femin. gebraucht, z. B. 2531, sonst als Neutr.

Ewald Frey.